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Integrierte Sportentwicklungsplanung

Im Auftrag der Kreissportverbände Dithmarschen und Rendsburg-Eckernförde sowie des Sportverbandes Kreis Steinburg entstand die Studie „Integrierte Sportentwicklungsplanung für die Untersuchungsräume Mittelholstein, Schenefeld und Mitteldithmarschen“ des Instituts für kommunale Sportentwicklungsplanung (Barsuhn et al, 2022). 
Das Projekt zur Sportentwicklungsplanung kreisübergreifend für die Kreise Dithmarschen, Rendsburg-Eckernförde und Steinburg konnte am 06.10.2022 mit Übergabe der Studie abgeschlossen werden.

Ansprechperson

Mathis Brandt
Sportreferent

01575/1758179
sportreferentksv-heide 

Über das Projekt

Zusammenfassung

Sport ist für alle und Sport ist vieles. Daher nimmt sich die Studie auch vieler Parameter (siehe angehängter Fragebogen) an, um die Sportbegeisterung der Bevölkerung in den Untersuchungsräumen zu messen. Die Sportdefinition verlässt sich dabei weitestgehend auf die Befragten, auch wenn früh ein Maß für gesundheitsrelevante Belastungsumfänge (min. 150 Minuten pro Woche leicht schwitzend) eingeführt wird (S. 18).

Das Sport- und Bewegungsverhalten der Bürger*innen wird detailliert aufgeschlüsselt. Dadurch lassen sich für jede Auswertungsform eine statistische Zielgruppe erfassen, die im Hinblick auf den verglichenen Parameter weniger Sport treibt als andere Zielgruppen. Männer sind tendenziell sportaktiver (stark schwitzend) als Frauen, Jüngere als Ältere. Frauen und Ältere sind dagegen tendenziell bewegungsaktiver (leicht schwitzend). Und generell treiben in fast allen Altersstufen mehr Frauen Sport als Männer. (S. 21) Mit steigendem Alter nimmt der (vereinsungebundene) Individualsport eine immer größere Rolle ein, während Jüngere actionreiche Mannschaftssportarten bevorzugen (S. 43). So sind Sportgelegenheiten wie Straßen und Naturflächen auch die am häufigsten genutzten Sportorte. Kernsportanlagen wie Sporthallen oder Sportplätze folgen mit Abstand und Sondersportanlagen werden aufgrund ihrer speziellen Ausrichtung seltener genutzt. (S. 63ff) Da der Vereinssport überwiegend auf Kernsportanlagen stattfindet, ist dort der Belegungsdruck insbesondere bei Sporthallen hoch und Vereine konkurrieren um wenige freie Hallenzeiten (S. 96ff).
Die Motive des Sporttreibens unterscheiden sich ebenfalls leicht. Bei Frauen steht eine psychische Motivation im Vordergrund, während Männer aus physische Motiven Sport treiben. (S. 50f) Dem Gegenüber stehen die Inaktiven, die ausreichend Bewegung, andere Interessen oder Hinderungsgründe wie Zeit, Ort und Geld haben (S. 40f).

Die Studie nimmt neben den Bürger*innen die Vereine genauer in Betrachtung. Der Untersuchungsraum ist geprägt von Kleinst- (bis 100 Mitglieder) und Kleinvereinen (101 – 300 Mitglieder), während es in Mitteldithmarschen keinen Großverein (über 1.000 Mitglieder) gibt (S. 83). Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung und zu denen, die Sport treiben, sind Frauen in Vereinen unterrepräsentiert (S. 79), mit steigendem Alter nimmt der Organisationsgrad ab (S. 81).
Die Sportvereine in den Untersuchungsräumen legen ihren Schwerpunkt auf den Sport, die Gemeinschaft und deren Werte, bleiben dabei in einem engen Rahmen. Über den Sportbetrieb herausführende Angebote wie Engagement für Kinderschutz oder für Menschen mit Flüchtlingserfahrung, aber auch im Gesundheitssport, in der Kooperation mit kommerziellen Anbietern oder kurzzeitige Angebote finden bei den Vereinen kaum Anklang. (S. 92f) 

Zudem widmet sich die Studie Sport und Bewegung in Schulen (S. 110 – 129) und Kindertagesstätten (S. 130 – 137).
 

Handlungs- und Maßnahmenempfehlung

Die Studie zur Sportentwicklungsplanung gibt 15 Handlungsempfehlungen in den Handlungsfeldern „Bewegung und Sport in der Kommune“ (3 Empfehlungen), „Sport und Bewegung in Sportvereinen“ (4 Empfehlungen) und „Bewegungsräume und Sportanlagen“ (8 Empfehlungen). In Kombination mit den 118 Empfehlungen des Sportland Schleswig-Holstein ergeben sich Maßnahmenempfehlungen in folgenden Bereichen:

KSV
  • Bewegung fördern
  • Aufklärung und Beratung für Vereine und Sporttreibende über Sportinhalte und Weiterentwicklung
  • Kooperationsbörsen
  • Best-Practice-Beispiele
  • KiTa/Schule und Verein
Politik und Verwaltung
  • KiTas und Schulen
  • Modernisierung und Neubau von Sportanlagen
  • Öffnung kommunaler Sportanlagen und Schulhöfe für Individualsport
  • Sport im öffentlichen Raum fördern und dahingehend optimieren
  • Förderung und Würdigung der Akteure in den Vereinen
  • Zusammenarbeit von Politik und Sport stärken
  • Beteiligungsprozesse schärfen
  • Digitalisierung voranbringen
  • Sport und Tourismus zusammendenken
Vereine
  • Neue Zielgruppen
  • Nichtmitglieder
  • Kooperationen zwischen Sportvereinen
  • Öffnung von Sportplätzen und Sporthallen
  • Mitarbeit im Sportverein
Finanzierung des Projektvorhabens
  • Die geschätzten Kosten belaufen sich auf ca. 60.000 € (Unterschiede je nach Umfang und Dienstleister)
  • Die geplante Finanzierung erfolgt über die drei beteiligten Kreise sowie durch die Kreissportverbände (Innovationsfond des Landessportverbands Schleswig-Holstein)