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Ein Mann kegelt auf der linken von zwei Bahnen. Im Vordergrund ist die Ausgabe der Bowlingkugeln.

Zeig mir deinen Sport

Zeig mir deinen Sport 18: Torball beim MTV Heide

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Dieser Besuch beginnt am Bahnhof. Denn wenn schon eine Bundesliga-Mannschaft auf dem Plan steht, kommen auch die Spieler von überall her. Gut, das ist vielleicht doch etwas zu doll aufgetragen. Es stimmt allerdings, dass ich auf dem Weg zu einem Team bin, das in der zweiten Bundesliga spielt. Im Oktober startete das große Abenteuer für die Torballer des MTV Heide in Augsburg. Das Training findet dagegen weniger glamourös in Heide in der Helmut-Lanzke-Halle statt.

Torball ist ein inklusiver Sport für blinde und sehende Menschen und wird auch Blindenhandball genannt. Das Feld ist etwas kleiner als beim Volleyball. Gespielt wird mit 3 Spieler*innen in jeder Mannschaft. Ziel ist es, einen Ball aus der eigenen Zone ins gegnerische Tor zu werfen. Das Tor erstreckt sich über die gesamte Breite des Feldes. 

Um Chancengleichheit zwischen Blinden, Sehbehinderten und Sehenden herzustellen, tragen alle blickdichte Brillen. Also werden andere Sinne wichtiger. Die Spieler*innen hören und fühlen ihre Umgebung. Im Ball sind Glöckchen, sodass man hören kann, von wo und wie schnell der Ball geflogen kommt. Über das Feld sind in 40 Zentimetern Höhe Schnüre gespannt, an denen Glöckchen hängen. Der Ball muss unter den Leinen durchgeworfen werden und darf diese auch nicht berühren. Orientieren können sich die Spieler*innen an den drei Matten, die in der eigenen Zone liegen und quasi die Position der Spieler*innen vorgibt.

Am Bahnhof treffe ich Trainer Sören Bröker und Jamie Seekopp, die gemeinsam aus Hamburg bzw. Itzehoe anreisen. Auf dem Weg zur Halle darf ich Jamie führen, denn er ist blind. Mehr als die Hand an meinem Ellenbogen spüre ich davon nicht. Plötzlich dreht er sich zur Straße, neigt den Kopf kurz in beide Richtungen und geht los. „Kommt keiner. Und wenn, wird er bremsen.“ Den Weg zur Halle kennt er auswendig und weiß, wann er abbiegen muss und wo Gefahren lauern.

In der Halle müssen wir das Feld aufbauen. Zwei große Kästen und eine Leine werden zum Tor, zwei kleine Kästen und eine Leine mit Glöckchen spannen das Feld nach oben ab. Alle helfen beim Aufbau. Hektik kommt nur auf, weil eine der sechs Matten fehlt. Die Befürchtung, dass sie als Fußabtreter vor der Tür liegt, bewahrheitet sich nicht. Improvisiert werden muss dennoch. In einer großen Halle mit Schul- und Vereinssport gehen auch mal Sachen verloren.

Beim Warmmachen und Dehnen stellen wir uns gegenseitig vor. Dann reicht Sören mir Knie- und Ellenbogenschoner und eine Dunkelbrille. Anziehen – Los geht’s! Mein Team klärt für mich, dass ich in der Mitte spielen werde. Die Matte liegt etwas versetzt hinter den anderen. Diese 1 x 2 Meter werde ich nicht verlassen, ansonsten bin ich verloren. Da rollt auch schon der erste Ball auf uns zu. Ich schmeiße mich in die vermeintliche Richtung, aus der ich das Klingeln vernehme. Kurz darauf meldet Sören einen Gegentreffer.

Das der MTV Heide Torball anbietet, ist noch relativ neu. Seinen Ursprung hat die Idee in der Schule. Da war Sören als Jugendwart des MTV Heide zu Gast und hat den Kids Handball nähergebracht. Doch am Ende des Tages stand eine Frage: können auch Blinde Handball im Verein spielen? Was folgte war eine Internetrecherche und ist eine Erfolgsgeschichte. Der Torball hielt Einzug in Heide und ist seitdem nicht mehr wegzudenken aus dem Inklusionssport im Kreis. 

Abwehr- und Angriffsaktionen wechseln sich ab. Mein erster Erfolg ist, als mich ein geworfener Ball am Bauch trifft. Gehalten. Jetzt darf ich angreifen. Anhand der Matte checke ich, wohin ich werfen muss. Die lange Seite ist vorne. Auf den Knien schleudere ich den Ball so stark ich kann. Die Gegner können abwehren. Von der Seite kommt der Tipp im Stehen zu werfen. Mein nächster Angriff ist so gleich ein Tor. Das mir manchmal die Orientierung fehlt, zeigt sich kurz darauf. Mit viel Schwung klatscht mein Wurf gegen einen kleinen Kasten.

Das Werfen funktioniert meistens, ausgerechnet mit der Sprache habe ich mehr Probleme. „Schau’n wir mal, wie es wird.“ „Lass uns einen Blick in die Zukunft werfen.“ „Guck dir gern meine anderen Berichte von Zeig mir deinen Sport an.“ Ich bin erstaunt, wie häufig das Sehen teil der deutschen Sprache und meines Wortschatzes ist. Mir nimmt das hier niemand übel, aber ins Grübeln komme ich schon. 

Auch meine Mitspieler haben teilweise Zielungenauigkeiten. Ein Querpass kullert fünf Meter an mir vorbei. Geschätzt. Ich konnte den Ball nur hören. Wie viel Jamie vom Spiel mitbekommt verrät sein Tipp in der Pause. Ich solle mittiger werfen und nicht immer nach links. Hätte er mich vorher gefragt, wohin ich glaube, geworfen zu haben. Ich wäre felsenfest davon ausgegangen, dass die meisten Bälle durch die Mitte gegangen sind. Überhaupt wissen die frischgebackenen Zweitligaspieler*innen immer ziemlich genau, wo sie sind. Die Matten sind eher lose Empfehlungen, ständig rutschen sie durch ihre Zone.

Dann ist da noch die Geschichte mit der Schweizer Meisterschaft. Da kommt nämlich der Titelverteidiger aus Heide. Als internationaler Gast war eigentlich der FC St. Pauli, eine der großen deutschen Torball-Vereine, eingeladen. Doch die Hamburger musste absagen und so erreichte die Anfrage aus der Schweiz den MTV. Mit dem Zug ging es im Frühjahr nach Süden, mit dem Pokal im Gepäck zurück. Schweizer Meister dürfen sie sich nicht nennen, da sie nicht aus der Schweiz kommen. Aber dieser Sieg und diese Reise werden für immer im Gedächtnis bleiben.

Ich beende das Training mit insgesamt vier Treffern. Das ist wohl Anfängerglück. Aber eine richtig coole Erfahrung. Denn Torball ist inklusiv, ich bin als Sehender sofort mittendrin. Beim KSV haben wir Dunkelbrillen, die man sich ausleihen kann. Kann man eigentlich auch im Büroflur Torball spielen? 

Auch die Torballer*innen werden fleißig weitertrainieren. Am ersten Bundesligaspieltag war die Wurfgeschwindigkeit ein Manko. Man muss ja auch noch lernen können. Im Februar steht der nächste Ligaspieltag an, dann geht es nach Stuttgart. Viel Spaß bei allen Reisen, die noch kommen werden. Möwe flieg.

Ihr möchtet euren Sport auch vorstellen? Dann meldet euch gern bei mir.

Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 17: TSV Elpersbüttel-Eesch Eltern-Kind-Turnen

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Nachdem ich vor einigen Wochen im Meldorfer Dom sprechen durfte, erhielt ich kurz darauf eine Nachricht. Ob ich mal beim Kinderturnen des TSV Elpersbüttel-Eesch vorbeischauen möchte? Natürlich. 
Nach Sommerferien, Einschulung und Urlaub konnten wir endlich einen Termin finden. Mit vier Jahren und jünger sind die Sportler*innen die jüngsten, mit denen ich bisher im Rahmen von „Zeig mir deinen Sport“ in Bewegung war. Wobei ich gar nicht so viel gemacht habe, dazu aber später mehr.

Bereits vor der Tür wird mir das erste kleine Geschwisterkind vorgestellt. Das blickt mir aus der Babyschale allerdings mit gemischten Gefühlen entgegen. Diesen Blick werde ich noch häufiger sehen, denn der große fremde Mann, der beim Sport zuguckt, ist nicht jedem geheuer. Ansonsten sind alle sofort mit Freude dabei, sobald die Hallentür sich öffnet.

Zu Beginn der Stunde und zum Ende kommen Kinder und Erwachsene in einem großen Sitzkreis zusammen. Die Kids werden persönlich und mit Namen begrüßt. Auch die nächste Generation ist schon vor Ort. Zeitweise stehen drei Babyschalen am Rand. Ebenso dürfen große Geschwister dabei sein und mitmachen. 

Der Andrang ist sogar so groß, dass zwei Gruppen hintereinander an den vielen Stationen turnen. Nicht umsonst zählt der TSV zu den 25 Vereinen mit den meisten jugendlichen Mitgliedern. Die Kids kommen dabei nicht nur aus der Gemeinde, sondern sogar aus Epenwöhrden, Büsum und St. Michaelisdonn. In der kleinen Grundschulhalle sind die Möglichkeiten begrenzt und doch grenzenlos.

Acht Stationen laden die gut 20 Kids zum Klettern, Rutschen, Schaukeln und Toben ein. Gymnastikbälle, Turnmatten, Bänke, selbst ein Reck dienen als Hindernisse. Auf den Hallenboden geklebte Pfeile und Kreuze zeigen, aus welcher Richtung auf ein Element gesprungen werden darf – und aus welcher nicht. Das ist wichtig, damit sich im Gewusel niemand verletzt. Und das Durcheinander ist groß, denn alle machen das, was ihnen Spaß macht. Es entsteht kein Kreislauf, an einigen Elementen muss man kurz warten, weil zu viele Kinder gleichzeitig drauf wollen. Schnell lösen sich die Schlangen wieder auf. Denn Warten möchte niemand, man kommt einfach später wieder und turnt in der Zwischenzeit woanders. 

Mitmachen ist aber kein Muss. Zwischendurch einfach auf einer Matte liegen und an die Hallendecke gucken, ist auch jederzeit drin. Meist es nur eine kurze Verschnaufpause, gleich darauf geht das Toben weiter.
Mir fällt etwas anderes auf: ich bin zu groß. Beim Schaukeln darf ich die Beine nicht ausstrecken, ansonsten laufe ich Gefahr die Kinder auf der Nachbarschaukel zu treffen. Ich bin eben nicht die Zielgruppe. Also helfe ich den Kids, reiche eine Hand, wenn weite Sprünge oder Balanceakte gewagt werden.

Das alles reibungslos abläuft liegt nicht nur an der Spartenleiterin Sandra, die mich eingeladen hatte. Eltern-Kind-Turnen wird wörtlich genommen. Mütter und Väter flitzen mit ihrem Nachwuchs durch die Halle, geben Hilfestellung wo es nötig ist und kommen beim Tempo der Kleinen ganz schön ins Schwitzen. Selbstverständlich kommt dabei der Austausch untereinander nicht zu kurz. Zum Abschluss packen alle beim Abbau an. Der Erfolg ist eine Gemeinschaftsproduktion.

Das hat auch der Verein erkannt und unterstützt die kleinen Turner*innen nach Kräften. Sei es mit neuen Sportgeräten oder einer verlängerten Hallenzeit. Und dann gibt es da noch das Highlight, bei dem viele Hände benötigt werden: die Bewegungswelt für ALLE. Familien mit Kindern bis zehn Jahren mit und ohne Behinderung kommen aus ganz Dithmarschen am dritten Sonntag der Wintermonate nach Elpersbüttel. Neben „Sport, Spiel und Spaß“ gibt es auch Kuchen zur Stärkung. Bei der Verleihung des Bronzenen Stern des Sports erreichte dieses tolle Projekt den zweiten Platz.

Der Stellenwert der Kleinsten ist in Elpersbüttel sehr hoch. Das ist in der Halle zu jeder Zeit zu spüren. Mit viel Liebe und Engagement werden Generationen in Bewegung gebracht. Ich wünsche alle kleinen und großen Sportler*innen weiterhin viel Spaß.

Ihr möchtet euren Sport auch vorstellen? Dann meldet euch gern bei mir.

Sportliche Grüße
Mathis


Gottesdienst "Luftsprung des Lebens"

Sport in der Kirche? Ja! Religion und Sport haben ein gleiches Wesen: sie vermitteln ein Lebensgefühl und einen moralischen Kompass: Gemeinschaft, Unperfektion, Fairness, Motivation, Spaß, Wohlbefinden, Entspannung und die Suche nach dem Sinn des Lebens.

Im Sport erlebt man viele Geschichten. Sport ist für alle und überall. Finde deine Motivation:

  • Einfach anfangen, niemand ist sofort perfekt.
  • Experten können schonmal sechs Jahre jung sein
  • Traue den Sprung ins kalte Wasser
  • ob Spaziergang, inklusiv oder für die Gesundheit

In “Zeig mir deinen Sport” sind so viele tolle Sporterlebnisse verborgen, die für Sport begeistern können und alle zum Lächeln bringen. Sie vor über 40 Menschen im Meldorfer Dom erzählen zu dürfen, war ein aufregender Moment. Die Energie der Bewegung kann einfach überall entfacht werden.


Zeig mir deinen Sport 16: Tennisclub St. Michaelisdonn

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Der zweite Bericht in Folge beginnt mit Steffi Graf. 33 Tennis Grand Slam-Titel sammelten Graf, Boris Becker, Michael Stich und Claudia Kohde-Kilsch zwischen 1985 und 1999 im Einzel und Doppel. Graf und das Doppel Becker/Stich sind mit Olympia-Gold dekoriert. Das Tennis in Deutschland boomt.

Viel ist davon nicht geblieben. 15 Kids spielen beim TC St. Michaelisdonn regelmäßig. Auch die meisten der circa 50 erwachsenen Mitglieder sind aktiv. Damit ist der Tennisclub St. Michaelisdonn der kleinste der reinen Tennisvereine in Dithmarschen. Doch wird einiges geboten. Ende Juni waren wir mit der Kreissportjugend bereits zur Tennis Match Night eingeladen. Urlaubsbedingt kam es noch nicht zu meinem Tennisdebut.

Bei einem gemeinsamen Training aller Jugendgruppen ist es jetzt endlich soweit. Zwischen zehn Kindern unterschiedlicher Alters- und Leistungsstufen lasse ich zum Aufwärmen Bälle fallen, um sie wieder aufzufangen. Um Ballgefühl zu entwickeln, halten wir den Ball mit dem Schläger hoch oder – schwieriger – prellen ihn. Zeitweise bin ich mehr damit beschäftigt, meinem Ball hinterherzulaufen als wirklich zu üben.

Das überhaupt so viele Kinder im TC sind, ist mit ständigem Aufwand verbunden. An den Grundschulen in St. Michel und Elpersbüttel ist Trainer Michail wöchentlich zu Gast, um eine Tennis-AG im Offenen Ganztag anzubieten. Dennoch sind die Trainingsgruppen klein und nur schwierig wirklich nach Leistung aufzuteilen. Leistungsstarke Spieler*innen spielen auch in Marne, Brunsbüttel oder Meldorf, um sich mit Gleichaltrigen zu messen.

Ich schlage erste Bälle mit Michail. Er korrigiert die Basics: Schlägerhaltung, Ausgangsstellung und die Stellung des Körpers zum Ball beim Schlag. Selbst als wir nur knapp zwei Meter auseinanderstehen, komme ich schon ins Laufen. Wird die Entfernung größer, habe ich mehr Zeit, mich auf den Ball einzustellen. Im Schnelldurchgang lerne ich Schläge und auch, wann ein Ball wohin fliegt.

Bei anderen jugendlichen Anfänger*innen dauert das Wochen und Monate. Die Jüngsten beginnen auf einem verkleinerten Feld zwischen Grund- und T-Linie und mit einem tieferen Netz. Die Feldgrößen wachsen mit dem Können. Ebenso wird der Druck der Bälle angepasst. In St. Michaelisdonn kommt noch hinzu, dass die drei Ascheplätze jederzeit benutzt werden können. Sogar im Winter ist einer der Plätze eigentlich immer offen, ein richtiger Winterplatz wäre allerdings viel zu teuer.

Ich spiele zum Abschluss ein Match. Also eine abgespeckte Version ohne Aufschläge, ohne Aus und ohne Punkte. Aber wir scheuchen uns minutenlang über die rote Asche. Mein Gegenüber hetzt meinen Bällen hinterher, die mal zu weit, mal zu kurz sind. Besser kann ich es noch nicht. Stopps, Linienbälle, viel Effet und auch der Ball ins angrenzende Unterholz sind Zufall. Das wir mit Bällen in zwei unterschiedlichen Härtegraden spielen, bedeutet, dass ich mich bei jedem Ballwechsel neu einstellen muss. Ich bin auch viel unterwegs. Das ist aber gekonnt und gewollt, entnehme ich dem gelegentlichen Grinsen meines Gegners nach gelungenen Schlägen. Das mein Gegner in der U10 spielt und sich auf mein Spiel einstellt, zeigt, dass hier jeder jedem auf Augenhöhe begegnet.

Ich könnte nun stundenlang weiterspielen. An diesem Samstagvormittag bleibe ich aber der einzige Erwachsene. Bis auf die Jugend, die sonst in drei Einheiten nacheinander trainiert, ist an Wochenenden wenig los. Viele erwachsene Spieler*innen sind unter der Woche abends aktiv und nutzen das Wochenende für Freizeit. Ausnahmen bildet der Punktspielbetrieb. Mit Einzeln- und Doppelspielen sowie dem netten Beisammensein mit der Auswärtsmannschaft dauern Spieltage gern den ganzen Tag.

Zusammen geht alles einfacher. So packen am Ende der Trainingseinheit alle mit an. Einige sammeln alle Bälle auf, andere ziehen die Plätze über, damit Unebenheiten verschwinden. Bälle, die in den Fußspuren verspringen, sind für alle Spieler*innen fies. Ich kann davon ein Lied singen.

Nach getaner Arbeit sitzen Werner, 1. Vorsitzender des TC, Michail und ich noch beisammen. Wir unterhalten uns über junges Ehrenamt, lange Fahrtwege und Zuschüsse. So habe ich mir das vorgestellt. An der ein oder anderen Stelle kann ich gleich Tipps geben. Andere Dinge nehme ich mit und kann an geeigneter Stelle fundierter argumentieren.
Den jungen Tennisspieler*innen wünsche ich alles Gute für die weiteren Ziele.

Ihr möchtet euren Sport auch vorstellen? Dann meldet euch gern bei mir.

Sportliche Grüße
Mathis


Das erste Jahr "Zeig mir deinen Sport"

Zeig mir deinen Sport wird ein Jahr alt. Am 2. Juli 2024 habe ich meinen Aufruf gestartet, um unsere Dithmarscher Vereine kennenzulernen. Ich bin zwar überzeugt davon, in jeder Sportart irgendwie mitreden zu können, wenn es um die Weltspitze geht, um Punktezählweisen, selbst um das Lebensgefühl einer Sportart. Gehört habe ich sowieso schon von allen Sportarten. Nicht umsonst findet sich im Archiv von Boyens Medien ein als Schülerpraktikant verfasster Artikel, in dem ich davon berichte, dass ich über 2.000 Sportarten zusammengetragen und in einer Mindmap verewigt habe. Diese Faszination für Sport war sicher auch bei meiner Berufswahl nicht unerheblich.

Dennoch fehlte mir ein entscheidender Teil des Wissens, was es heißt, verschiedene Sportarten in Dithmarschen zu spielen. Hinter jedem Wettkampf stecken auch Training und viel Organisation. Jede Sportgruppe braucht Übungsleiter*innen, eine Hallenzeit oder Trainingsstrecke und Equipment. Menschen, Platz und Geld eben. Dafür musste ich mit den Expert*innen reden. Und die sind nun mal in den Vereinen zu finden.

Ich wollte mir Zeit nehmen, mit Trainer*innen, Spartenleiter*innen und Vorständen reden und so dem Sport von einer anderen Seite näherkommen. Das funktionierte gut, bis in der dritten Einladung ein kurzer, entscheidender Satz stand: „Badesachen nicht vergessen!“ Zum Wasserball. Upps! So war das nicht gedacht. An dieser Stelle hätte ich kneifen können. Aber im Sport ist es immer notwendig, Grenzen zu überwinden, Anfänger zu sein und – ins zugegeben überraschend warme – Wasser zu springen.

Bei zwölf meiner 15 Besuche habe ich aktiv mitgemacht. Einzig beim Cheerleading, beim Segeln in Friedrichskoog und beim Turnen war ich Zaungast. Da Tide Cheersport die ersten waren, stand das Mitmachen gar nicht zur Debatte. Als Celine mich bei der Verleihung der Sterne des Sports wiedergetroffen hat, „drohte“ sie mir allerdings damit, dass ich ein zweites Mal vorbeischauen müsse, um zu zeigen, was ich könne. Etwas gnädiger waren die TuRa-Turnerinnen. Beim nächsten Besuch werde ich zwar meine Vorwärtsrolle zeigen müssen. Mit Blick auf meine Turnkünste beim Voltigieren konnten sie sich zumindest erklären, warum ich gekniffen hatte.

Dann gab es Sportarten, bei denen ich mich auskannte. Glänzend waren meine Darts-Ergebnisse beim VfB Brunsbüttel nicht. Doch ich hatte bereits vorher zuhause üben können. Auch Handball kannte ich aus dem Schulsport und im taktischen Verhalten ist eine gewisse Nähe zum Fußball nicht abzustreiten. Yoga-Übungen, wie die in Ostrohe, waren Teil meiner Krankengymnastik oder Part meines Aufwärmens vor Fußballspielen. Und der Rest?

Wirklich überwinden musste ich mich dreimal, zumal ich wusste, dass Kameras auf mich gerichtet waren. Zweimal war ich dabei in einem Reitverein. Mit viel Ironie und Aufklärung lassen sich auch die Reaktionen auf die Hobby Horsing-Videos aushalten. Ihr Ruf wird der Sportart gar nicht gerecht, aber wenn die Eltern meiner Mitstreiterinnen die Handys rausholen, muss auch alles sitzen im Parcours. In Marne zum Voltigieren hörte die „Hürde“ auf den Namen Nemo und sollte mich durch die Halle tragen. Wir haben uns vertragen, waren aber beide froh, als wir uns wieder trennen konnten. Ich weil meine Stunde in höchster Konzentration vorbei war; Nemo weil er endlich wieder erfahrene Reiterinnen tragen durfte. 
Das dritte Mal war beim Tanzen. Schritte erinnern, Takt halten, niemanden umlaufen. Hat geklappt. Zwei Monate später konnte ich auf dem Heider Kindertag dann zwar die Lieder noch mitsingen, die Tanzschritte haben sich in der Zwischenzeit schon aus meinem Kopf geschlichen.

Genauso häufig brachte der Sport ein Urlaubsgefühl in mir auf: die Ruhe beim Qi Gong beim MTV Burg, die Natur um Ostrohe beim Nordic Walking und das freundschaftliche Miteinander beim Pickleball in Wrohm. Einfach mal der Hektik entfliehen. 
Zu guter Letzt konnte ich mit dem BSC Westküste im Rennrollstuhl über die Tartanbahn flitzen und bekam beim Tischtennis der TTSG Wesseln/Weddingstedt fast eine Einzelstunde.

15x Sport in einem Jahr. Ein Jahr, in dem meine Hochachtung vor all denen weiter gewachsen ist, die ihre Zeit dem Sport geben. Meine Berichte spiegeln auch genau das wider. Mein Projekt hat sogar Nachahmer gefunden. Im KSV Schleswig-Flensburg geht Geschäftsstellenleiter Till zum „Sportartencheck“. Und für Boyens Medien ist Magnus Ehlers unterwegs, dem ich schon fast mein Kontaktbuch öffnen könnte. Denn „Magnus macht’s“ (nach) und zeigte sein Können u.a. beim Hobby Horsing. Wer kann, der kann. Aus meiner Sicht ist das größte Kompliment, kopiert zu werden und viele Sportarten in die Öffentlichkeit zu bringen.

Für mich startet bald das zweite Jahr „Zeig mir deinen Sport“. Bei noch über 150 verschiedenen weiteren Sportangeboten in Dithmarschen werde ich auch noch ein wenig beschäftigt sein. Der erste Termin steht sogar schon fest. Und mal schauen, was noch kommt. Erst kürzlich durfte ich das erste Mal einige Erlebnisse und Erkenntnisse vor Publikum zum Besten geben. Vielleicht lässt sich das ausbauen. Denn mit dem, was mich begeistert, möchte ich auch andere motivieren

Ladet mich gern ein. Es gibt noch so viele tolle Beispiele zu entdecken. Staffel 2 kann kommen.

Schöne Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 15: MTV Wrohm Pickleball

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Steffi Graf und Andre Agassi flitzen in Las Vegas über den Court. Auf der anderen Seite des Netzes stehen im Februar 2025 mit Andy Roddick und Eugenie Bouchard ebenso zwei Ex-Tennisprofis. Es ist allerdings kein Tennis-Grand-Slam, bei dem die vier am Start stehen, sondern der Pickleball Slam, den das Ehepaar Graf/Agassi in wenigen Minuten zum zweiten Mal gewinnen wird. 

In Dithmarschen ist der Sport auch angekommen. Im September 2024 hatten wir vom KSV eine Fortbildung angeboten, um den Sport kennenzulernen. In Albersdorf und Wrohm gründeten sich daraufhin Gruppen, die Pickleball ausprobieren wollten. Ulrike Lahrsen war eine der Fortbildungsteilnehmerinnen und hat beim MTV Wrohm das Spiel ins Leben gerufen.

Anders als in den USA ist Pickleball bei uns noch unbekannt. In meiner Instagram-Story stimmten immerhin 67% bei der Ansicht des Balles dafür, dass ich beim Floorball zu Gast war. Der Pickleball sieht wegen der vielen Löcher im Kunststoff ähnlich aus, ist aber größer, schwerer und langsamer. Gespielt wird auf einem Badmintonfeld in der Halle, das Netz ist ähnlich hoch wie beim Tennis gespannt. Der Schläger ist leicht und erinnert an eine entfernte Kreuzung aus Beachtennis- und Tischtennisschläger.

In der kleinen Einfeldhalle in Wrohm ist das Pickleball-Feld schnell aufgebaut. Das Netz besteht aus einem zusammensteckbaren Rahmen und lässt sich platzsparend verpacken. Im Doppel können immer vier Spieler*innen gleichzeitig auf dem Feld stehen. Damit ist es ein idealer Sport für Vereine mit einer kleinen Halle und das Equipment ist vergleichsweise günstig angeschafft. Zudem ist die Truppe in Wrohm so spontan, dass sie zwar noch keine feste Trainingszeit haben, aber über eine kurze Nachricht in der WhatsApp-Gruppe lassen sich immer Mitspieler*innen finden.

Mir wird versprochen, dass ich das Spiel schnell lerne. Und da es allen hier nur am Spaß an der Bewegung geht, starten wir gleich nach einer kurzen Erwärmung mit dem Spielen. Das erste Doppel schaue ich mir noch vom Seitenrand an, während ich die Regeln erklärt bekomme. Der Aufschlag ist von hinter der Grundlinie unter Hüfthöhe ins diagonal liegende Feld. So weit, so bekannt. Die Aufschlagreihenfolge und Punktezählweise verstehe ich dagegen erst, als ich selbst auf dem Platz stehe. 

Mein erster Doppelpartner ist Badmintonspieler. Das Spiel ist schnell, aber für niemanden überfordernd. Einzig das Sprungverhalten des Balles unterscheidet sich von vielen anderen Bällen. Entsprechend viele Luftlöcher schlagen wir und entsprechend groß ist der Ehrgeiz einiger, den Ball möglichst volley schlagen zu wollen. Im ersten Ballwechsel nach dem Aufschlag ist dies allerdings verboten und führt zu einigen Verrenkungen, um dem Ball doch noch aufkommen zu lassen.

Im zweiten Spiel steht eine Tennisspielerin an meiner Seite. Die Vorerfahrung mit Rückschlagsportarten ist aber keineswegs eine Voraussetzung. Viele hier haben vorher andere Sportarten gemacht und freuen sich, jetzt im entspannten Rahmen ein wenig dem Ball hinterher zu flitzen. Denn auch Vorerfahrung hat seine Tücken. Lange Ballwechsel mit vielen Grundlinienschlägen gibt es beim Pickleball nicht. Punkte wollen schnell und gerne am Netz entschieden werden. In packenden Duellen fliegt der Ball vier-, fünfmal in kürzester Zeit übers Netz und wird immer wieder volley geschmettert. So habe ich früher Tennis auf der Wii gespielt. 

Von kaum einen Sport bin ich bisher so überrascht worden. Ich mag Mannschaftssport wie Handball, liebe die Natur wie beim Nordic Walking, tue meinem Körper etwas Gutes wie beim Yoga oder versuche Kopf und Körper in die gleichen Bewegungen zu bringen wie beim Tanzen. Beim Pickleball konnte ich als sportlicher junger Mensch einfach nur Spaß haben. Natürlich hätte ich versuchen können, mit jedem Schlag unbedingt einen Punkt erzielen zu wollen. Aber darum ging es nicht. Wir haben wie alte Freunde einen tollen Abend miteinander verbracht. Nicht die Punkte standen im Vordergrund, sondern das Spiel. Ich wünschen den Pickleball-Spieler*innen in Wrohm, dass dieses Gefühl in der Gruppe noch lange bestehen bleibt.

Ihr möchtet euren Sport auch vorstellen? Dann meldet euch gern bei mir.

Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 14: TTSG Wesseln/Weddingstedt

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Donnerstagabend, 19:30 Uhr, Verbandstag des Kreistischtennisverbandes. Ich darf das Grußwort des KSV überbringen und berichte von meinen Erfahrungen mit „Zeig mir deinen Sport“. Von den vielen tollen Stunden, den Begegnungen, den kläglichen Versuchen in einzelnen Sportarten, aber vor allem von dem, was ich mitnehme: Spaß, Gemeinschaft, körperliche Grenzen. Ich möchte inspirieren und anregen, das Feuer im Sport weiter zu entfachen. Vielleicht sollte ich daraus mal einen längeren Vortrag machen?

Für den Abend inspiriere ich Holger Glindemann zu einer Einladung zum Training. Holger ist nicht nur Vorsitzender des KTTVD, sondern spielt auch selbst aktiv beim ABC Wesseln. Jetzt ist Saisonpause und man hat Zeit, unerfahrenen Neulingen wie mir Tischtennis beizubringen. Dort wo sonst an sieben Tischtennisplatten nebeneinander trainiert wird und kaum noch Platz zum Durchkommen ist, ist wenig los. Eine bunt gemischte Truppe schlägt die kleinen, 2,7 g leichten Kunststoffbälle übers Netz. Wir sind nur zu sechst, das gibt Holger die Zeit und den Platz, meine Tischtenniskünste zu verbessern. 

Es dürfte 2011 oder 2012 gewesen sein, als wir Brüder zu Weihnachten eine Tischtennisplatte geschenkt bekamen. Die nächsten zwei Wochen waren Ferien und wir verbrachten viel Zeit an der Platte und schmetterten Bälle durch den Raum. Doch so schnell die Begeisterung gekommen war, so schnell endete unsere Tischtenniskarriere. Zuletzt stand die Platte jahrelang im Abseits und erfreut sich seit einigen Wochen eines neuen Lebens bei einem ebenso enthusiastischen Jungen. 

In Wesseln soll ich als erstes meinen Aufschlag zeigen. Der Ball landet überall, außer auf der Platte. Nach kurzer Erklärung zur Schlägerhaltung und Schlagbewegung verstehe ich auch, warum das so war. Wer jetzt denkt, dass ich nun jeden Aufschlag übers Netz und auf den Tisch bringe, täuscht sich. Manchmal habe ich nicht die Ruhe, auf den Ball zu warten und ziehe lieber die Hand nach oben. Dann springt der Ball wie ein missglückter Schmetterschlag beim Tennis.

Tischtennis kann für alle sein, ist Jugend- wie Seniorensport, integrativ wie inklusiv. Am Nebentisch duellieren sich Claus und Thorsten. Claus hat nach Ende der Fußballkarriere zum Tischtennis gefunden und jagt auch im Rentenalter dem kleinen Ball hinterher. Thorsten baut die Jugendarbeit der Sparte auf, in der sein Sohn spielen könnte. Am anderen Tisch bereitet sich Michael vor, der aus der Ukraine kommend, in der nächsten Saison als Nachwuchsspieler am Spielbetrieb teilnehmen wird. 

Ich lerne in der Zwischenzeit meinen zweiten Schlag, um einen Ballwechsel spielen zu können. Dass ich bei kaum einem Ballwechsel mehr als vier Schläge habe, liegt nicht an Holger, der auch Bälle retourniert, die gar nicht auf der Platte landen. Nach zwei, drei Schlägen verlässt mich der Mut und ich habe Angst, dass mein nächster Schlag zu lang gerät. Meist mit der Konsequenz, dass ich meinen Schläger nur nach oben ziehe, aber vergesse, den Ball auch nach vorne zu schlagen. Schon landet der nächste Ball im Netz.

Andere Bälle schlage ich mit der Kante oder dem Daumen. Mein Ärger darüber verleitet Holger zu dem Angebot, meine Daumen zu übernehmen. Holger ist ohne Daumen geboren, spielt mit dem Schläger zwischen Mittel- und Ringfinger. Grinsend baut er immer mal wieder Schläge ins Spiel ein, von denen ich nur träumen kann. Mit viel Effet habe ich keine Möglichkeit, den Ball zu erreichen. Stattdessen laufe ich quer durch die Halle dem Ball hinterher. An der Platte bin ich so konzentriert auf meine Schläge, dass ich das Bewegen immer wieder völlig verdränge.

Obwohl Tischtennis eine Rückschlagsportart ist, fühle ich mich an Darts erinnert. In langer Reihe spielen je zwei Spieler gegeneinander. Kleine Dinge fliegen exakt abgestimmt durch die Luft. Der Kopf ist angestrengt vor lauter Konzentration. Und in den Pausen wird über das Material gefachsimpelt. Die Stars kommen aus China, das Holz vom dreifachen Olympiasieger Fan Zhendong ist besonders begehrt. Hölzer, Belege und Griffe sind nicht günstig, aber penibel ausgesucht. 

Die erste Mannschaft der TTSG Wesseln/Weddingstedt spielt in der 1. Bezirksliga, die fünfte hat den Weg in die 4. Kreisklasse angetreten. In fünf Klassen sind Dithmarscher Teams unter sich, darüber sind Bezirks- und Landesklassen. Nachwuchsklassen sind deutlich seltener. 
In der Grundschulhalle Wesseln geben mir die anwesenden Ligaspieler eine Kostprobe ihres Könnens. Bei denen ist das Spiel viel, viel schneller, es klappt aber auch nicht alles. Dafür wird im Doppel jeder Fehler des eigenen Partners lautstark diskutiert, während die Gegenseite sich auch noch bedankt. 

Der Austausch von Nettigkeiten zieht sich durch die zweieinhalb Stunden Training. Der Spaß kommt definitiv nicht zu kurz. Gibt auch keinen Grund dafür. Das „Training für ALLE“ ist wirklich für alle. Die Leistungsstufe ist egal, das Alter auch. Und selbst die Anzahl der Finger spielt keine Rolle. Mit meinen zwei Schlagtechniken bin ich noch weit entfernt von allen Mitspielern und von Ligaspielen. Das wird auch nicht mein Ziel sein. Aber bei der nächsten Einladung zu jemanden, der irgendwann mal eine Tischtennisplatte geschenkt bekommen hat, kann ich ein wenig glänzen. Allen Tischtennisspielern viel Erfolg in der nächsten Saison.

Ihr möchtet euren Sport auch vorstellen? Dann meldet euch gern bei mir.

Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 13: Ostroher SC Nordic Walking

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

1,86 x 0,68 = 1,2648
Nordic Walking beginnt mit Mathe. Die Stöcke sollen ungefähr zwei Drittel der Körpergröße betragen. Ich erhalte Stöcke mit einer Länge von 1,25 m. Dann steht mein Ellenbogen im rechten Winkel und ist perfekt ausgerichtet.

Auch die Stunde beim Ostroher SC beginnt mit Mathe. Allerdings muss hier nicht multipliziert werden, sondern es wird durchgezählt. Blöderweise mit unterschiedlichem Ergebnis. Im Erwärmungskreis auf dem Sportplatz wird erneut gezählt und nun kommen alle auf 21 Teilnehmer*innen. Es kann also losgehen mit Warmmachen. 

Das ich deutlich der jüngste bin, ist so gewollt. Der Nordic-Walking-Kurs findet statt unter dem Motto „ActiveFit gesund & bewegt“ und ist Teil der Seniorensportförderung des Landessportverbandes und Präventionspartner AOK Gesundheitskasse. Die zwölf Trainingseinheiten sind dank der Förderung kostenlos, eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht notwendig. Das Angebot richtet sich an Menschen ab 50 Jahren. Auch wenn ich weiß, dass sich in dem Alter noch nicht jede*r als Senior sieht. Gesundheitsförderung, Gemeinschaftsgefühl und eine verbesserte Lebensqualität kennen dagegen kein Alter.

Die zehnte Kurseinheit führt uns am Ringreiterplatz vorbei ins Ostroher Moor. Hans-Jürgen von Hemm ist nicht nur Sparten- und Übungsleiter, sondern übernimmt auch die „Reiseführung“. Er denkt sich jeden Montag und jeden Freitag eine neue Route aus. Jeden Kilometer wird kurz angehalten und Hans-Jürgen erzählt interessante Infos zu markanten Wegpunkten. Eine Rast ist auf dem Voßberg, mit circa 3 Metern die vielleicht höchste Erhebung Ostrohes. 

Die Pausen sind auch dafür da, dass alle in den Körper horchen können. Denn Nordic-Walking ist eine Ausdauersportart, die eine gewisse Fitness voraussetzt. Die Fitnessstände sind dennoch völlig unterschiedlich. Einige sind schneller, andere benötigen etwas mehr Zeit. Die Langsamsten laufen nach jeder Unterbrechung vorne und sacken dann langsam durchs Feld. So bleibt die Gruppe zusammen. Alle sind mit Spaß bei der Sache und nehmen dafür sogar weitere Anfahrten aus Richtung Albersdorf oder Meldorf auf sich. Drei Sportler*innen des ActiveFit-Kurses haben bereits angekündigt, als Vereinsmitglied weiter der Sparte angehören zu wollen.

An 100 Tagen im Jahr flitzen sie dann mit den Nordic-Walker*innen durch Ostrohe. Nordic-Walking ist ein Outdoor-Sport und bei (fast) jedem Wetter möglich. 17 Grad und strahlender Sonnenschein, wie bei meinem Besuch, sind dabei nicht immer garantiert. Gesportelt wird über Straßen, Bürgersteige, Plattenwege, Schotterpisten und Rasenpfade. Alles ist möglich. Gelegentlich kommt man sich mit anderen Verkehrteilnehmer*innen in die Quere. Doch bei gegenseitiger Rücksichtnahme kann die Natur uneingeschränkt genossen werden.

Tatsächlich hilft die grüne Umgebung, den Kopf oben zu halten und sich zu strecken. Die Stöcke klackern über die Steine, während sich die Hand beim Nachvorneführen schließen und beim Abstoßen öffnen sollte. Der Stock ist mit der Handschlaufe am Handgelenk befestigt und kommt der Bewegung hinterher. Hans-Jürgen korrigiert hier und dort die Haltung oder die Stockführung. Die meiste Zeit sind nur Vögel und angeregte Gespräche zu vernehmen.

Für mich fühlt sich die Stunde wie ein Kurzurlaub an. So schön ist die Route, so entschleunigt ist das Tempo. Zumindest im Gefühl zu meiner Anreise mit dem Fahrrad. Nach 4,2 Kilometern und 57 Minuten kommen wir gemeinsam wieder am Sportplatz an. 6.000 Schritte sind wir gewalkt. Zum Abschluss gibt es noch ein kurzes Abwärmen. Mit dem Gegenüber schmeißen wir uns die Nordic-Walking-Stöcke zu und fangen diese aus der Luft. Dabei werden selbst Senioren zu kleinen Kindern, die eine Erinnerung brauchen, den Stock nicht wie ein Speer mit der Spitze voraus zu werfen. So wird es am Ende doch noch etwas spannend. Doch über den „Fehler“ können wir alle lachen.

Der ActiveFit-Kurs geht nächste Woche zu Ende. Doch Nordic-Walking beim OSC findet weiterhin zweimal die Woche statt. Ruhig, ohne über die eigene körperliche Leistungsfähigkeit gehen zu müssen und in der Gemeinschaft Sport zu treiben, wird wieder viele Aktive anziehen. Denn Nordic Walking ist für alle.

Ihr möchtet euren Sport auch vorstellen? Dann meldet euch gern bei mir.

Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 12: BSC Westküste

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Beim Tag der Möglichkeiten im November waren wir mit unseren Rolli-Parkour am Start. Zwei Stände weiter stand der Behindertensportclub Westküste und präsentierte Rennrollstühle. Die passen zwar nicht wirklich in unseren Parkour, aber dafür umso besser auf die Rennbahn. Für die Rennbahn habe ich mich bei unserem ersten Treffen interessiert, auf die Rennbahn wurde ich von Peter Seestädt eingeladen. Miriam kommt auch mit und verschafft sich einen Eindruck. 

Peter ist erster Vorsitzender des BSC und organisiert den Schnellfahrlehrgang, zu dem am ersten Maiwochenende acht Athlet*innen nach Büsum kommen. Zu den Teilnehmer*innen zählen alte Hasen, die bereits mit eigenem Rennrollstuhl anreisen und über die Tartanbahn im Rosengrund flitzen. Andere sitzen zum ersten Mal im Rennrollstuhl und lernen das Sportgerät kennen.

Der Rennrollstuhlsport ist hierzulande ein kleiner Nischensport. Aus ganz Deutschland sind die Teilnehmer*innen für den dreitägigen Lehrgang an die Nordseeküste gereist. Hamburg ist noch der nächste Wohnort. 
Früh übt sich der Umgang mit dem Rennrollstuhl. Wer groß rauskommen möchte, kann es bis zu den Paralympischen Spielen schaffen. Für Rennrollstuhlfahrer*innen stehen Distanzen von 100 m bis zum Marathon auf dem Programm. Die Para-Leichtathletik hat den gleichen Stellenwert wie ihr olympischer Gegenpart. Neben der Schweiz dominieren dort andere große Sportnationen wie die USA, China, Großbritannien, Japan und Australien.

In Büsum steht am ersten Vormittag die Technik im Vordergrund ebenso wie einzelne längere Fahrten. Gudrun Köberle gibt allen Fahrer*innen Tipps für die nächste Runde. Sie muss es wissen. Ihr verstorbener Ehemann Heinrich hat an Paralympics teilgenommen, vor mehr als einem Jahrzehnt begannen sie gemeinsam eine Nachwuchsförderung im Deutschen Rollstuhlverband aufzubauen. Begierig streben ihre Schützlinge in Büsum nach Verbesserungen.

Dann wird ein weiterer Rennrollstuhl auf die Bahn gerollt. Ich darf ein paar Runden mitfahren. Auf einen Helm muss ich größenbedingt verzichten. Stattdessen bekomme ich spezielle Handschuhe angezogen. Die Finger werden zur Handfläche gezogen, nur der Daumen bleibt frei. In den Zwischenraum zwischen Faust und Daumen passt sich der Greifreifen der Räder an. Die Hand ist geschützt und kann nicht in die Speichen geraten. Auch bei Stürzen bei hohen Geschwindigkeiten schützt das Kunstleder.

Hohe Geschwindigkeiten sind sowieso nicht zu erwarten. Auch wenn ich mich total schnell fühle, fahren alle anderen an mir vorbei. Ich muss mich erst daran gewöhnen, nicht ins Gras außerhalb der Bahn zu fahren. Am Rollstuhl ist eine Vorrichtung, mit der am Ende der langen Geraden die Kurvenvorgabe der Tartanbahn eingeschlagen wird. Dennoch muss ich nachsteuern, um meine Bahn zu halten. Dabei darf ich mich allerdings nicht zu weit nach hinten lehnen. Der Sportrollstuhl hat kein Stützrad, das Stürze verhindert. Er ist ganz auf den Vortrieb ausgerichtet.

Auf den inneren Bahnen ziehen schnell die Experten vorbei. Einige schaffen fünf Sportplatzumrundungen, ehe ich es zum ersten Mal zurück zum Start schaffe. Ihr Oberkörper ist deutlich weiter nach vorn gebeugt, die Hände greifen in schneller Folge an die Greifreifen. Die Startnummern an Helmen und Rollstühlen verraten mir, dass die bereits Erfahrungen bei Wettkämpfen sammeln konnten. Ich bin froh, wenn mein behandschuhter Daumen nur alle paar Züge in die Speichen gerät und mich bremst.

Neben der Bahn wird fleißig gewerkelt. Peter und einige Eltern fachsimpeln über verschiedene Einstellungen der Rollstühle. Bei einem steht das Trittbrett für die Füße zu hoch, bei einem anderen ist der Kurveneinschlag nicht ausreichend. Die dreirädrigen Rennrollstühle sind benötigen regelmäßige Wartung und eine gute Anpassung auf die jeweiligen Fahrer*innen. Wer einen hat, bringt seinen persönlichen Rennrollstuhl mit zum Lehrgang. Für alle anderen stehen Leihrollstühle bereit.

Bei der gemeinsamen Runde aller Teilnehmer*innen zum Abschluss der ersten Trainingseinheit des Wochenendes darf ich mitrollen. Interessiert tauschen wir uns aus, was uns bewegt hat, an dem Lehrgang teilzunehmen. Der Spaß am Rollifahren und die Lust auf Sport ist für uns alle der Hauptgrund. Die Begegnung ist auf Augenhöhe und wertschätzend.
Mein Ausflug in den Rennrollstuhl endet mit dem, was ich eine Stunde lang erfolgreich verhindert habe. Beim letzten Bremsen kippe ich hintenüber und lande auf dem Rücken. Wie ein Käfer muss ich aus dem Rollstuhl robben.

Der Lehrgang geht noch zwei Tage weiter. Peter hat mit seinem Team ein Event geschaffen, das einen Sport in den Mittelpunkt stellt, für den vielerorts die Startvoraussetzungen fehlen. Umso schöner ist es, dass aus ganz Deutschland Sportler*innen angereist sind. Mit völlig unterschiedlichen Vorkenntnissen, ganz unterschiedlichem Alter und mit völlig unterschiedlicher Ausstattung. Jede*r kann etwas lernen, sich ausprobieren und verbessern. Das ganze Wochenende steht im Zeichen des Inklusionssports und ich darf kurz ein Teil davon sein. 

Ihr möchtet euren Sport auch vorstellen? Dann meldet euch gern bei mir.

Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 11: Dancing Queens & Kings (MTV Heide)

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Zu Beginn des Jahres bin ich ins Fettnäpfchen getreten. Die Dancing Queens & Kings hatten für den MTV Heide den vierten Platz beim Sportjugendpreis 2024 belegt. Auf unseren Social Media-Kanälen hatte ich dann aber die Tänzer*innen in der falschen Sparte verortet. Glücklicherweise haben wir eine aufmerksame Leserin, die mich auf meinen Fehler hinwies, so dass ich alles korrekt neu hochladen konnte. Das war mein erster Kontakt mit Monika Laska, Tanzleiterin bei den Dancing Queens & Kings.

Mittlerweile hat sich einiges geändert. Die 4 Tanzgruppen sind eine eigene Sparte und nicht mehr nur Kurse in der Fitnesssparte. Mit gut 80 Tänzer*innen ab 5 Jahren sind die Tanzgruppen fast ausgebucht. Getanzt wird Showtanz, der das Publikum unterhalten soll. Die Kleinen lernen Party- und Kindertänze, die Großen können schon „richtig krasse Moves“. Eine kleine Choreo und Tänzerposen soll ich nun bei meinem Besuch lernen.

Als für mich das Training startet ist Monika schon eine Stunde in der Gymnastikhalle des MTV Heide. Die erste Gruppe hat das Training bereits beendet und im fliegenden Wechsel beginnt die zweite Gruppe der 11- bis 16-jährigen. Ich bin gleich mittendrin. Getanzt wird in einer Formation mit mehreren Reihen, den einfachen Teil darf ich mitmachen. „Einfach“ heißt hier, dass Monika zusammen mit den Tänzerinnen und Tänzern eine kurze Schrittfolge vormacht und alle diese mehrfach wiederholen. Im Schnelldurchlauf lerne ich so verschiedene Elemente, die dann zu Musik hintereinander zu einem Tanz verschmelzen. In der Realität wurden mir in sieben Minuten ebenso viele völlig neue Bewegungen beigebracht. Gut, dass Monika vortanzt und ich die ganze Zeit nachmachen kann.

Aber alle haben mal klein angefangen. So auch das Tanzen im MTV. Die, die jetzt bei den „Großen“ tanzen, waren die ersten, die bei Monika begonnen haben. Seitdem hat die junge Sparte eine bewegte Geschichte geschrieben. Während Corona wurden Tanzstunden ins „Homeoffice“ verlegt, als Videokonferenz abgehalten und Neues durch vorgefertigte Videos gelehrt. Als die Kids älter wurden, kamen neue Gruppen hinzu, um weiter gemeinsam Sport treiben zu können. Neuzugänge werden gern aufgenommen, sofern noch freie Plätze in den Kursen sind, und können im sicheren Rahmen das Tanzen lernen.

In der MTV-Gymnastikhalle hängen Spiegel an den Wänden, in denen sich die Dancing Queens & Kings im Training betrachten können. Nach drei Tänzen mit immer neuen Schritten werde ich zur Seite gebeten. Was folgt, ist eine Demonstration des Tanzrepertoires der Truppe. Die Gesichter passen sich dem ernsten Charakter der Lieder an und die Stimmung wird konzentrierter. Die Blicke gehen auf den großen Spiegel an der Stirnseite, um sich selbst zu beobachten und zu korrigieren. Beim letzten Tanz funktioniert das so gut, dass Monika mit einem Lächeln danebensteht und nichts zu verbessern findet. Geprobt wird für öffentliche Auftritte auf Sportveranstaltungen des MTV, auch bei den AOK-Sportel-Sonntagen waren die Tänzer*innen dabei. Zudem sind ab nächstem Jahr wieder Auftritte auf größeren Tanzevents geplant.

Ortswechsel nach kurzer Pause. Die nächste Gruppe trifft sich in der Klaus-Groth-Halle 700 Meter entfernt. Der größte Unterschied ist der fehlende Spiegel. Der ist aber auch gar nicht vonnöten. Die Tänzerinnen und Tänzer sind 5 bis 7 Jahre jung und dürfen zu Beginn berichten, wie ihr Tag bisher war. Ansonsten sind die Trainingsinhalte ziemlich gleich. Na gut, statt Tanzschritten in Formation üben die Kleinen einzelne Posen und statt Dehnübungen stehen Feuer-Wasser-Eis und das kotzende Känguru auf dem Plan. Aber auch das Tanzen in mehreren Reihen oder im Kreis beherrschen hier alle wie selbstverständlich. Sogar die Musik hätte zum großen Teil auch bei den Großen laufen können. Neben bekannten Popsongs der letzten 15 Jahre mischen sich Beiträge vergangener Eurovision Song Contests. Nur beim Lied über Papagei Coco bin ich nicht sicher, ob die Großen ebenso engagiert tanzen würden wie die Kleinen.

Ich zumindest mache natürlich inbrünstig mit. Allerdings sind von meinen Kindertanzkünsten nicht alle überzeugt und ich stehe unter ständiger Beobachtung von meinen Mittänzerinnen. Trotz des Einsatzes reicht es am Ende nur zu einem seitwärts geneigten Daumen. 
Beobachtet werde ich auch von Maja, der jüngeren Schwester von Monika. Feixend filmt und fotografiert sie die ganze Stunde. Normalerweise würde sie ihre Schwester beim Training unterstützen, aber heute ist das anders, als Gast stehe ich im Mittelpunkt des Interesses.

Maja ist eine von mehreren Teilnehmer*innen, die nicht nur Tanzen, sondern mittlerweile auch Monika unterstützen. Für die Dancing Queens & Kings ist dies ein weiterer wichtiger Schritt und zeigt den Erfolg und die Hingabe zum Tanzen. Die Tänzer*innen wagen sich nicht nur an schwierigere Tänze, sondern übernehmen selbst Verantwortung und nehmen Monika die Last, einzige Trainerin zu sein. Auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis die Sparte auf diesem Weg wachsen kann, wird der Nachwuchs einbezogen.

In der Halle lobt Monika mein Rhythmusgefühl. Andererseits stellen wir beide fest, dass ich große Probleme habe, sobald sich Füße und Hände gleichzeitig in unterschiedliche Richtungen bewegen sollen. Tanzen ist koordinativ und physisch herausfordernd. Pure Anspannung in verschiedenen Posen und das Loslassen, um in den Flow der Musik zu kommen, müssen sich vereinen. Die kleinen und großen Dancing Queens & Kings haben das in vielen Trainingsstunden gelernt. Dazu können sie sich auf dem Parkett auf die anderen verlassen und als großes Team agieren.
Ich wünsche den Dancing Queens & Kings viel Spaß bei allem, was in ihrem Tanzleben noch kommen wird.

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Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 10: Germania Marne Voltigieren

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Zum ersten Mal muss ich nachfragen, welche Klamotten die richtigen sind. Bei Wasserball entfällt diese Frage wasserbedingt, Handball ist dem Fußball sehr ähnlich, aber zum Voltigieren hatte ich bisher noch überhaupt keine Berührungspunkte. Das soll sich jetzt gehörig ändern. Auf der Jugendvollversammlung der KSJ wurde ich von Nadine Wolf eingeladen nach Marne. Auf der Reitanlage von Germania Marne hinterm Gymnasium war ich schon als Gast, bisher aber nur als Zuschauer und für ein Gespräch zur Sportentwicklung.

Damit ich nicht überfordert werde, komme ich zu den Minis. Das ist wörtlich zu nehmen, alle anderen Sportlerinnen sind im Grundschulalter. Und alle sind geübter als ich, denn ich saß Anfang des Jahrtausends das letzte Mal auf einem Pony. So stehe ich dann auch bei der ersten Aufgabe ziemlich verloren im Weg rum. Nemo, ein 12-jähriger Oldenburger Springpferde -Wallach, muss gestriegelt werden, bevor er uns durch die Reithalle trägt. Die Mädels üben für den Pferdeführerschein und wissen, was zu tun ist. Die Pferdepflege ist ein wichtiger Bestandteil jeder Übungsstunde, denn ohne tierische Partner wie Nemo kann nicht trainiert werden. Auch beim Aufgurten helfen die Mädels unter Anleitung der Trainerinnen Nadine und Michaela.

Hingabe verlangt der Sport nicht nur an Trainingstagen. Auch Wettkampftage verlangen einen großen Zeitaufwand. Wenn andere sich im Bett noch einmal umdrehen, stehen die Trainerinnen früh morgens in der Halle, versorgen die Pferde, flechten Frisuren für Pferd und Voltigierin und machen alles transportbereit. Für Turniere in Hamburg geht es dann gegen 7 Uhr vom Hof. Einen anstrengenden, aber hoffentlich spaßigen Turniertag später geht es abends wieder zurück. Im Gepäck sind dann neben der Müdigkeit auch viele neue Erfahrungen und Medaillen von der Siegerehrung.

In der Reithalle laufen wir uns warm. Es folgt die erste Übung, bei der ich mich weit weg wünsche. Eine nach der anderen schlägt ein Rad. Nadine korrigiert Kleinigkeiten wie nicht gestreckte Zehen. Während ich mich beim Turnen bei TuRa noch rausreden konnte, muss ich hier unter den neugierigen Augen talentierter Turnerinnen wenigstens versuchen, ein Rad zu schlagen. Funktioniert dann auch so semi. Die Anleitung hätte ich mir allerdings in der Schule schon gewünscht. Vielleicht hätte ich dann mehr gelernt als Vorwärtsrollen. Andererseits hatte mein pubertäres Teenager-Ich wirklich sehr wenig fürs Turnen übrig und hätte sich womöglich dennoch verweigert. Mit dem Alter kommt manchmal die Reife, nicht sofort alles perfekt können zu müssen.

Wer fremde Sportarten entdecken möchte, hat vielfach auch keine Vorerfahrungen, auf die er oder sie zurückgreifen könnte. Diesen Moment fühle ich, als ich vor dem Trainingsholzpferd stehe und die Grundübungen turnen soll. Bei den Mädels sah die Durchführung so leicht aus. Eines merke ich schnell: Kraft haben die Lütten ohne Ende. Die ist absolut notwendig, um bereits die einfachen Pflichtübungen wie Liegestütz zu absolvieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Holmen, um dem Pferd nicht die Füße oder Knie in den Rücken zu drücken. Die Reiterinnen lernen sogar, das Gewicht von den Knien weg auf die Unterschenkel zu verlagern und damit über dem Pferderücken zu verteilen. Ich erfreue mich stattdessen an meinem halbwegs gelungenen Abgang vom Holzpferd.

Apropos Pferderücken. Da sollte ich auch noch rauf. Nemo darf anhalten und ich einen Hocker benutzen. Mit mir auf dem Rücken schreitet Nemo einige Runden durch die Halle, bevor ich erlöst werde. Natürlich nicht ohne vorher einige der auf dem Holzpferd geübten Posen zum Besten zu geben. Sehr zur Freude der jungen Zuschauerinnen und der Kamerafrau Rieke. Damit auch bewiesen ist, wie ich mich geschlagen habe, hatte Germania nämlich extra für Kamerabegleitung gesorgt. Deren Anforderungen sind dann auch größer als die der Trainerinnen. Im Voltigieren geht es schließlich um eine gute Figur, festgehalten auf tollen Bildern. 

Um teilzunehmen benötigt niemand ein eigenes Pferd. Die Kosten und gerade die Pflege würden viele abschrecken. Doch auch die Vereinspferde brauchen tägliche Zuwendung. Striegeln nach getaner Arbeit übernehmen wieder die Mädels, Nadine hatte vorher schon die Pferdebox ausgemistet. Ich darf Nemo während der abschließenden Streicheleinheiten die Schüssel halten, damit er sich mit Futter stärken kann. Einige Leckerlies folgen. Das Lob für den treuen Teampartner fällt nicht zu kurz aus.

Ein Ass zog Nadine zum Abschluss noch. Sie zeigte mir das MOVIE, ein Holzpferd mit eingebautem Motor. „Warte, ich hole noch schnell die Kamera.“ Die Steigerung zum Aufsteigen auf ein stehendes Pferd war also Aufspringen auf das sich bewegende MOVIE. Und da das nicht reichte, „durfte“ ich mich auf dem Pferderücken auch noch hinstellen. Günstig ist der Spaß nicht, kostet die Anschaffung schon im niedrigen fünfstelligen Bereich. Gerade beim erstmaligen Ausprobieren neuer Turnelemente sind die Vorteile unbestritten, nicht gleich aufs Tier zu wechseln, sondern auf der Maschine zu üben.

Nemo soll dadurch nicht ersetzt werden. Voltigieren ist nicht nur ein Sport, um möglichst schwierige Kunststücke alleine, im Duo oder zu dritt auf einem Pferd vorzuführen. Es ist ein Teamsport, bei dem sich die einzelnen Mitglieder Vertrauen müssen. Bei Hebefiguren ebenso wie beim Satteln. Ein falscher Griff oder ein nicht festgezogener Gurt kann schmerzhaft enden. Das Pferd gehört zum Team dazu und ist sein wichtigster Player. Daher ist das Erlernen eines guten Umgangs miteinander unerlässlich. Nemo liebt die Mädels, trotz seiner Eigenarten.

All das lässt sich auch für andere Jugendarbeit verbinden, philosophiert Nadine. Schulklassen könnte den MOVIE nutzen; inklusive Arbeit im koordinativen Bereich, aber auch im Umgang mit einem sanftmütigen Lebewesen ist denkbar. Bisher fehlt dafür leider die Zeit. Was nicht ist, kann ja noch werden.
Was wird ist das Voltigierturnier Ende April. Dann werden die Mädels das Einstudierte vor Publikum präsentieren können. Dies werden sie mit Freude, Elan und Ehrgeiz angehen. Viel Spaß für alle Beteiligten.

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Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 09: MTV Burg Qi Gong

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Qi Gong, Qi-Gong oder Qigong? Das Internet ist sich nicht einig über die „richtige“ Transkription. Selbst der MTV Burg schreibt sein Angebot mal mit, mal ohne Bindestrich. Ebenso wie die Suche nach der Schreibweise beginnt mein Ausflug in die Bewegungsform mit einer Internetrecherche. Wozu hat mich meine Vorsitzende Nina nun eingeladen? Ein Qi Gong-Lehrer stellt seine Sportart im ARD-Buffet vor. Ich bekomme einen ersten Eindruck. Die ARD nutzt im Begleittext des kurzen Filmbeitrags übrigens die exakt gleichen Worte wie der Wikipedia-Beitrag. Der zuständige Redakteur war also auch auf der Suche im World Wide Web.

In Burg ist der Großteil der Gruppe etwas älter. Der Kurs beginnt im Anschluss an „Wir halten uns fit“ am Freitagmorgen um 9:30 Uhr im Saal der Bökelnburghalle. 9 Teilnehmer*innen lauschen den Anweisungen von Kursleiter Björn Ausborm. Neben Nina und mir stehen auch zwei Seniorinnen im Kreis, die bereits am ersten Kurs des Tages teilgenommen haben. Die Sporterfahrungen der Gruppe ist völlig gemischt. Ich rede in der Pause mit einem Läufer und einer Judoka. Beide eint, dass der Körper die intensiveren Sportarten nicht mehr zulässt. 

Qi Gong verbindet Körper und Geist, die Bewegungen sind langsam und gezielt. Untermalt von ruhiger Musik komme ich mir vor wie in einer Unterwasser-Doku, in der ich das seicht in der Strömung wogende Seegras bin. Allerdings eher mit der Grazie eines frühen Computerspiels, wo die Bewegungen doch noch recht abgehackt wirken. Björn und Nina attestieren mir dann auch eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit an die unbekannten Bewegungen („fürs erste Mal“, „für einen Mann“), aber steife Knie.

Wie das Meeresrauschen der Doku wirkt auch der Kurs beruhigend. Kaum eine Motivation zum Sporttreiben wird von so vielen Menschen genannt wie das eigene Wohlempfinden. Qi Gong ist mit seinen langsamen, auf die traditionelle chinesische Medizin zurückgehenden Bewegungen ideal zum Stressabbau und Ausgleich zum Alltag. Das Alter spielt keine Rolle. Die Jüngeren ab Mitte 30 sind bei meiner Übungsstunde nicht da. Doch auch die gehören dazu. 

Die Bewegungen bremsen mich aus. Ich würde gern schneller, muss mich echt darauf konzentrieren, im Rhythmus meiner ruhigen Atemzüge zu bleiben. Qi Gong ist nicht schnell, sondern eher technisch genau und fließend. Erst kreisen wir die Hüften, dann die Arme, später kommt Bewegung im Oberkörper und der Beine dazu. Das erinnert mich an einfachstes Ballett. Andere Übungen gleichen der Haltung eines gen Himmel blickenden Cristo Redentor auf den Hügeln über Rio de Janeiro. Ja, die Gedanken haben Zeit zu schweifen, während wir ins Deckengebälk und die dort hängenden Lampen blicken.

In Dithmarschen sind Qi Gong-Kurse noch rar gesät und wie in Burg nicht in den Abendstunden. Ziemlich deutlich werden Rentner*innen angesprochen, die sich weiterhin bewegen und koordinativ fit halten wollen. Angesichts einer steigenden Anzahl sportlicher Mitbürger*innen könnte Qi Gong eine Möglichkeit sein, um auch ältere Mitmenschen am aktiven Vereinsleben teilhaben zu lassen. Beim MTV Burg wird dies schon mit einigen Kursen gelebt. Viel Spaß bei jedem einzelnen davon.

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Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 08: HSG Erfde-Pahlhude-Tellingstedt 2

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

In Dithmarschen ist der Handballsport groß. Natürlich möchte ich auch da mal reinschnuppern. Bei den Frauen spielen elf Teams von sieben Vereinen und Spielgemeinschaften in drei Ligen um Tore und Punkte. Die Kreisliga Staffel F reicht bis in den Süden Steinburgs. Ganz am nördlichen Ende liegt die kreisübergreifende Spielgemeinschaft vom TSV Erfde, dem TSV Frisch Auf Pahlhude und dem MTV Tellingstedt: die HSG EPT. Training ist heute in Tellingstedt, der „Hölle West“. Über hundert Zuschauer*innen tummeln sich hier bei Heimspielen.

Zum Training der 2. Damen sind zehn Spielerinnen erschienen, Krankheiten verhindern eine größere Gruppe. Damit bildet die HSG derzeit zumindest keine Ausnahme. Die Spielerinnen, die da sind, nehmen mich gleich auf. Meine Handballkenntnisse aus der Schulzeit würden mich genügend qualifizieren. Vorbereitet sind sie auch. Auf dem Hinweg wurde der KSV-Instagramkanal gestalkt und besonders mein Besuch beim Hobby Horsing blieb im Gedächtnis. Warum nur?!

Die großen Ballsportarten stehen alle vor den gleichen Problemen. Spielgemeinschaften sind notwendig, um überhaupt weiterspielen zu können. So bildeten Pahlhude und Tellingstedt ihre Handballspielgemeinschaft, bei den Frauen kam Erfde hinzu. Jetzt arbeiten alle Vereine Hand in Hand und sind immer bestrebt, die Handballsparte voranzubringen. Der Einzugsbereich umfasst drei Kreise und reicht bis nach Nordfriesland.

Nur in einer Sache sind sich Erfde und Tellingstedt nicht einig. Bei Heimspielen in Erfde darf keine Backe benutzt werden, in Tellingstedt schon. Das führt immer wieder zu Umstellungsschwierigkeiten und Würfen, die im Nirgendwo landen. Die Umstellung hat bei den Spielerinnen teilweise ein Jahr gedauert, bis das neue Ballverhalten verinnerlicht war. Pässe über 10 Meter verunglücken mir auch so häufiger als sie sollten.

In der Liga versucht die HSG 2 den Kontakt zum Tabellenmittelfeld zu halten. Einige Niederlagen wären vermeidbar gewesen, meint Trainer Michael Storm. Redet man dann mit den Spielerinnen weiter, wäre wohl sogar die Meisterschaft noch möglich. Also theoretisch, wenn alles nach Plan gelaufen wäre. Das kennt jede*r Amateurspieler*in, man muss sich die Ergebnisse nur lang genug schönreden. 
Ein wenig Erfolg und viel Spaß an der Sache helfen sogar bei der Akquise von Neuzugängen. Das auch nach hohen Niederlagen in der Kabine gefeiert wird, beeindruckt nämlich auch damalige Gegenspielerinnen. Weitere neue Mitspielerinnen sind sowieso gern willkommen. Für die Zweite ebenso wie für die 1. Damen in der Kreisoberliga. Beim direkten Duell im Pokal wurde der Klassenunterschied deutlich, aber gleichfalls, dass alle Kaderpositionen gerade so besetzt waren.

Klar ist, dass die 2. Damen den Klassenerhalt sicher hat, einen Absteiger gibt es gar nicht. Mit diesem Wissen geht es auch entspannt in die Trainingseinheiten. Am Anfang jeder Übung steht ein kurzes, fast obligatorisches Meckern, dann wird durchgezogen. Die einzigen, die dann noch lauter werden, sind die Torhüterinnen, weil beim Warmwerfen Bälle nur selten dahin kommen, wo sie hinsollten. Aus meiner Fußballerfahrung würde ich behaupten, dass es ein sportartenübergreifendes Problem ist.
Eine einzige Aufgabe kommt dann gleich bei allen gut an, das Abschlussspiel. Bei vier gegen vier sammeln wir einige Meter. Vorne gelingt mir kein Tor, meiner Gegenspielerin gleich drei oder vier.

Für die Frauen hört Handball nicht mit Abpfiff auf. Viele haben teaminterne Aufgaben, die sehr ernst genommen werden. Sei es die Verteilung von Strafen oder die Pflege des Insta-Accounts. Das Michael meine Anfrage beantwortet hat, wird auch sofort mit einem Lachen kritisch angemerkt. 
So geht der Trainingsabend schnell vorüber. Ich merke, dass die Stopps und der Hallenboden für meine Füße und meinen Rücken nichts sind. Dennoch hatte ich sehr viel Spaß, wie alle anderen auch. Die Einladung zum nächsten Training muss ich mit Verweis auf die Sportausschusssitzung des Kreises leider absagen.
Der HSG EPT 2 wünsche ich für den Rest der Saison alles Gute und weiterhin eine solch lockere Stimmung. 

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Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 07: Ostroher SC Yoga

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Um an dieser Stelle einmal Stereotype zu verbreiten: beim Yoga trifft man junge Frauen und Männer in engen Leggins oder weiten Hosen mit einem Lebensstil in Einklang mit ihrer Umgebung. Oder ältere Damen, die sich bewegen und tratschen wollen. „Wir haben aber auch drei Yogibären in unserer Runde“, hält Helmut Wagner, Vorsitzender des Ostroher SC entgegen, als wir das erste Mal über Yoga sprechen. Yogibär möchte ich auch einmal werden, das klingt so gemütlich und muggelig. Handtuch, Sportzeug und Trinken soll ich aber doch mitbringen. Ich dachte mir sowas, schließlich soll ich zum Sport. 

Wer die Stereotype erfüllt sehen möchte, kann das natürlich auch hier beim Yoga finden. Doch die Runde in der kleinen Halle ist viel, viel diverser. Hier stehen Menschen zwischen Mitte 20 und Mitte 70 nebeneinander hinter ihren Matten und lauschen den Anweisungen von Steffi. „Jeder, der atmen kann, kann Yoga machen“, schreibt Steffi auf der OSC-Homepage. Nett scheinen sie auch zu sein. „Wir beißen nicht“, wird mir versichert. Bei leiser Musik starten wir mit den Übungen, die gleichsam die Beweglichkeit verbessern und die innere Ruhe fördern sollen. Nicht eine bestimmte Zeitvorgabe oder die Anzahl der Wiederholungen bestimmen den Rhythmus, sondern einzig der Atem. Einatmen, ausatmen. Strecken, lockerlassen. Kopf hängen lassen, entspannen.

Für mich hat diese Stunde noch eine andere Erkenntnis, die ich gerne verdränge. Seit einer Tumorerkrankung im Kindesalter habe ich Skoliose. Dabei ist die Wirbelsäule nicht gerade, sondern verdreht und zur Seite verkrümmt. Einige Übungen kenne ich aus der Krankengymnastik. Natürlich sollte ich diese zu Hause regelmäßig machen, weil mir es guttun würde. Aber: ich mache es nicht. Mein Sportpensum genügt, sage ich mir und alleine fehlt sowieso die Motivation. Auf meiner Matte merke ich dann schnell, wo meine Grenzen liegen.

Das interessiert in der Runde niemanden. Gut 20 Menschen quälen sich durch die vorgegebenen Haltungen und Streckungen. Völlig verdreht werden wir von Steffis fachkundigem Blick begutachtet. Hier und da korrigiert sie. Meinen herabschauenden Hund berichtigt sie mit den Worten „Du könntest noch weiter nach vorne.“ „Mit welchem Körperteil?“
Die Konzentration bei allen Teilnehmenden ist hoch, kaum einer spricht. Und wenn sind es Flüche zwischen den Zähnen hervorgepresst. Zu anstrengend sind die Wiederholungen, lange muss eine Position gehalten werden, während Steffi im Kreis geht und Hilfestellung leistet. Die Dehnung soll schließlich auch ins Bindegewebe und die Muskeln einwirken können. Zwischen den Übungen wird getrunken (selbstverständlich Wasser!) oder die müden Muskeln ausgeschüttelt.

„Lächeln!“ ist das, was Steffi immer wieder fordert. Mal ist es gequält, mal aus wirklicher Freude. Die Qual machen wir uns selbst. Es ist mir überlassen, in meinen Körper hineinzuhorchen, wie weit ich ihn strecken und drehen kann. Ein Urteil bildet sich niemand, alle strengen sich an und testen ihre Grenzen.
Bei einer besonders schwierigen Übung (ich entnehme dem allgemeinen Geächze um mich rum, dass es anderen ähnlich geht) wird mir dann doch ein Biss angedroht, als ich auf meine Nachbarin zu stürzen drohe. Wir verharren im Bogen, lachen zusammen und drehen uns zurück in den herabschauenden Hund

Meine Beine zittern, ich schiebe es mal darauf, dass ich stundenlang am Schreibtisch stand und nicht darauf, dass ich die Winterpause genossen habe. Mein Respekt vor allen Yogis steigt, während ich mir die wegen der ungewohnten Bewegungen schmerzenden Muskeln massiere. Und auch wenn ich innerlich viel jammer, zeigt mir die Einheit wie lang und wie kurz eine Stunde sein kann. Viel zu schnell sitzen wir im Schneidersitz in der mittlerweile abgedunkelten Halle, horchen ein letztes Mal in unsere Körper und kommen zur Ruhe. Ich hätte gern noch tiefer hineingeschnuppert in diesen Yogasport, hätte gern mehr Zeit verbracht in der entspannten Atmosphäre mit vielen netten, völlig verschiedenen Menschen. Yoga funktioniert beim OSC ohne Druck und für alle Altersgruppen und Geschlechter. Jede*r für sich und alle zusammen nutzen die Mittwochabende, um im inneren Frieden und mit einem ehrlichen Lächeln in die zweite Wochenhälfte zu starten. Ohne Vorurteile. Wie richtige Yogibärinnen und Yogibären. Namaste!

Ihr möchtet euren Sport auch vorstellen? Dann meldet euch gern bei mir.

Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 06: VfB Brunsbüttel Dart

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Weihnachtszeit ist Entspannungszeit für viele, die Sport verfolgen. Der Amateurfußball ruht bis auf wenige Hallenturniere, zwischen Weihnachten und Neujahr sind bis auf Skispringer*innen kaum Sportübertragungen im Fernsehen. Genau diese Nische hat der Dartsport entdeckt und genutzt. Ab Mitte Dezember bis ins neue Jahr fliegen im Alexandra Palace die Pfeile bei der Weltmeisterschaft der Professional Darts Corporation (PDC). Die West Hall wird von feierwütigen Dart-Enthusiasten überflutet.

Anfang Januar sieht es in Brunsbüttel ähnlich aus. Der VfB Brunsbüttel hat in der Turnhalle in der Jahnstraße groß aufgefahren. Beim 3. Ranglistenturnier des Schleswig-Holsteinischen Dartverbandes (SHDV) stehen in vier Klassen Turniere an. An 50 Boards (davon 2 für Paradarter) Menschen in schwarzen Hosen, Röcken und Schuhen. Die Kleiderordnung ist streng. 

Trainings sind weniger streng. Meine Ankündigung, das ich vorbeischaue, hatte wegen des Bildes schon für Gesprächsstoff gesorgt. Nun stehe ich mit 23 anderen Sportler*innen vor 6 Trainingsboards und werfe mich warm. Dennis „Reini“ Reinfeldt, Spartenleiter und Bundesligaspieler, fragt mich gleich zu Beginn, wie gut ich spiele. Er hat unbegründete Angst um die Tablets, die neben den Boards hängen und auf denen wir die erzielten Ergebnisse, Scores genannt, eintragen.

Die Weltmeisterschaft sorgt jährlich für Zulauf in den Dartvereinen. Kaum ein anderer Sport wächst so schnell. In Brunsbüttel spielen viele aktuelle und ehemalige Fußballer, das Alter spielt gar keine Rolle. Mittlerweile sind es so viele, dass ein siebtes Board für Steeldart angeschafft und der vierte E-Dart-Automat gekauft werden soll. Nach nur einem halben Jahr an der Kopernikusstraße werden scherzhafte Rufe laut, wann die gegenüberliegende Sporthalle am Bildungszentrum neue Heimat wird. 

Neuheiten sind überhaupt gefragt. Neue Darts werden herumgereicht, ausprobiert, zum Kauf angeboten. Humphries, Aspinall, Kurz. Die Pfeile der Profis sollen es sein, sind aber nicht für jeden etwas. Und werfen muss der Spieler dann auch noch selbst. Im Training stehen fünf Runden an. Die Gegner werden vom Computer zugelost und den vorherigen Ergebnissen angepasst. Irgendwann stehe ich an Board 1, ich befürchte der Computer hat erkannt, dass die anderen besser sind. 
Gespielt wird Double-Out, wo zum Abschluss ein Feld des äußeren Doppelrings getroffen werden muss, von 501 runter auf 0. Dies gelingt mir am ganzen Abend zweimal. Nach 36 geworfenen Pfeilen wird das Spiel über einen Wurf aufs rote Bulls Eye in der Mitte des Boards entschieden, sonst würde der Abend zu lange dauern. Das erreiche ich häufiger. Erfasst werden hohe Averages (die durchschnittliche Punktzahl mit 3 Darts), Highfinishes mit 100 der mehr Punkten und Finishes nach neun bis 24 Darts. Am Saisonende werden die errungenen Leistungen gewürdigt.

Der VfB Brunsbüttel nimmt mit zwei Teams am Spielbetrieb teil, zwei weitere sind in Planung. Neben verschiedenen 4er- und 8er-Ligen gibt es einen Pokalwettbewerb und Ranglistenturniere im Einzel. Das Klischee des Kneipensports mit entsprechendem Alkoholkonsum hat der Steeldart abgelegt. Beim Ranglistenturnier ging vor allem Wasser über den Tresen. Die Promillegrenze von 0,8 muss nur äußerst selten Anwendung finden. 
Zumal die Konzentration beim Darts wichtig und nicht zu unterschätzen ist. Nicht selten starte ich ins zweite Leg mit einer großen Streuung meiner drei Pfeile. Nach fast drei Stunden intensiver Spiele merke ich deutlich, wie ich langsamer denke.

Beim VfB sollen im Laufe des Jahres auch Jugendliche ein Zuhause finden. Ausgerechnet gegen den jüngsten Gegner gewinne ich mein einziges Spiel. Zwei von drei Legs gehen übers Ausbullen, er trifft einmal Bulls Eye. Wichtiger sind hier Rechenwege und das Anspielen verschiedener Felder, also wirkliches Training. Ein Mitspieler möchte eine Trainerlizenz machen und sich um die Jugendarbeit kümmern, die Basics lehren. Gespielt wird dann auch nicht kurz nach 22 Uhr, sondern zu früheren Tageszeiten.

Zum Abschluss erhalte ich dann noch ein Geschenk. Mein Board hat derart viel Mitleid erregt, dass ich ein ausrangiertes vom VfB überreicht bekomme, um zu Hause weiter trainieren zu können.
In Brunsbüttel steht am 26. Januar der nächste Spieltag in der 4er-Kreisliga Südwest des SHDV an: VfB Brunsbüttel 1.0 gegen VfB Brunsbüttel 2.0. An dieser Stelle wünsche ich gern viel Erfolg. Dieses Mal belasse ich es bei „Viel Spaß!“. Denn bei allem sportlichen Ehrgeiz, haben Fairness und Spaß einen großen Stellenwert in diesem einfach zu erlernenden, aber schwierig zu meisternden Sport.

Ihr möchtet euren Sport auch vorstellen? Dann meldet euch gern bei mir.

Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 05: TuRa Meldorf Turnen

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Ich würde mich als schlechter Turner bezeichnen. Rolle vorwärts kann ich. Rolle rückwärts ist schon zu viel. Das sage ich Theresa auch, als wir über Sport reden. Theresa würde gern mit einer ganzen Fußballmannschaft trainieren. Bisher haben alle dankend abgelehnt. Ich lasse mich dennoch gern einladen. Glücklicherweise wird gar nicht wichtig, wie gut ich Turnen kann. Besser ist es auch. 

Sonntagsabend, 18:00 Uhr ist nicht die typische Trainingszeit. Aber die Halle ist frei. Daher treffen sich die Wettkampfturnerinnen von TuRa Meldorf zum Ausklang jedes Wochenendes. Zwölf Mädels zwischen 12 und 20 Jahren gehören dazu, die Hälfte ist da. Das Training ist entspannt. Vor den im Winter anstehenden Wettkämpfen übt jede für die eigenen Übungen am Boden und am Schwebebalken. Theresa greift nur hier und dort unterstützend ein.
Stattdessen haben Lisa Wiebe und Theresa Köpp Zeit für ein Gespräch. Die beiden sind Anfang 20 und leiten die Turnsparte bei TuRa, außerdem sind sie die Trainerinnen. Das Gespräch wird philosophisch und dreht sich um die großen Fragen im Sport. Dabei beklagen sich die beiden nicht, freuen sich über ihre Erfolge, sehen aber Entwicklungspotenziale. Ihre kleine Sparte wirkt wie ein Brennglas großer Konfliktlinien.
Ende November hat die Sportjugend Schleswig-Holstein Jugendmeister geehrt. Aus Dithmarschen kam im Jahr 2024 ein Deutscher Meister. 1 von 171 Geehrten, alle sind Deutsche Meister oder bei Welt- und Europameisterschaften unter den Top 5. Schon dies macht deutlich, dass Leistungssport hier hinterherhinkt. Der Sprung, auf Landesebene mitzuturnen, ist schon riesig. Ein Gespräch über Perspektiven.

Die Perspektive Trainingsgelegenheiten

Neben Kinderturnen und Turnen für Jungs gibt es zwei Gruppen. Montags treffen sich die Schülerinnen aus der Grundschule und der fünften Klasse, die größeren trainieren mittwochs. Dann ist die Halle voll, für die Mittwochsgruppe gibt es einen Aufnahmestopp. Mehr Platz gibt es einfach nicht. Andere Zeiten? Die Halle ist ausgebucht. Andere Halle? Hier stehen die Geräte. Und dann wäre da noch das Problem mit den Übungsleiter*innen. Die decken gerade eben das bestehende Angebot ab. Das Ehrenamt konkurriert mit besserbezahlten Schülerjobs, später ist es nicht vereinbar mit Beruf oder Studium. 
Ich darf mich kurz vorstellen und erzählen, was mich zu den Vereinen treibt. Es fehle in Dithmarschen an Schwimmbädern, bekomme ich sofort von einer Turnerin erzählt. Das zweite Hobby lässt grüßen. Der Sport lehrt, für seine eigenen Interessen einzustehen.
Danach startet das Training. Fehler bedeuten hier meist Schmerzen, wenn das Knie auf den Schwebebalken knallt. Der Kopf muss mitspielen und die Angst überwinden. Dann klappt die Übung und die Turnerinnen strahlen. In diesen Wochen geht es um den Feinschliff, neue Übungen stehen eher im Sommer auf dem Programm.
Lisa und Theresa diskutieren, die Gruppenzuschnitte zu ändern und nach Leistungsvermögen zu selektieren. Schon jetzt können sie Kleinere nicht angemessen fördern, da bei den Großen kein Platz ist. Die Umstellung wäre nicht leicht. Veränderte Gruppengrößen würden wieder Trainer zu anderen Zeiten benötigen. Zudem könnte es zu Konflikten führen, bestehende Gruppen und Freundschaften trennen zu wollen. Der Übergang erfordert Mut und müsste kommunikativ gut begleitet werden. 

Die Perspektive Trainingsmöglichkeiten

Das wirft gleich noch einen Konflikt auf: den zwischen Leistungs- und Breitensport. Wie viel möchte man in den Leistungssport investieren? Wie sehr die beiden Bereiche voneinander abkapseln? In der Bezirksoberliga (auch LK2) konkurriert TuRa mit Teams, die sich dem Leistungssport verschrieben haben, wo es teils gar kein Breitensportangebot gibt. Dort sind dann auch die Möglichkeiten der Hallennutzung und Geräteausstattung andere. Das Ergebnis in der letzten Saison spiegelte dann auch die unterschiedlichen Infrastrukturen wider. Doch die Optionen in Meldorf sind begrenzt. Eine Schnitzelgrube wie im Kieler Landesleistungszentrum, wo sich die Wettbewerbsmannschaft schon Trainings absolvieren konnte, oder selbst eine neuentwickelte Matte, die eine solche Grube simuliert, gibt es nicht. Im Training landen die Turnerinnen also immer wortwörtlich auf dem harten Boden der Wirklichkeit. Es wäre in der Großsporthalle auch gar kein Lagerplatz mehr. 
Träume sind erlaubt. Eine eigene Halle nur für Turnen wünscht sich Theresa, im Vereinsbesitz, um selbst über die Ausstattung und Einrichtung bestimmen zu können. Meldorf als zentraler Ort könnte das Turnen in Dithmarschen auf ein neues Level heben und auch andere Vereine davon profitieren. Die Realität ist eine andere. Die Halle ist im Besitz des Schulverbandes und neue Geräte müssen immer mit Verein und Hallenträger abgesprochen werden. Turngeräte sind auch nicht gerade preiswert, die bürokratischen Hürden wie in vielen Vereinen hoch. Die Sparte setzt bei der Finanzierung neuer Geräte viel auf Eigenengagement, bewirbt sich um Fördergelder. Die Anträge sind aufwendig, lang und müssen gut begründet werden. Meisterschaften ausrichten zu können ist ein gerngesehenes Argument. 

Die Perspektive Breitensportförderung

Das Wettkampfturnen in Dithmarschen ist im Umbruch. TuRa ist den ersten Schritt bereits gegangen und hat junge Menschen als Trainerinnen gewonnen. Das steht bei anderen Vereinen noch aus. Mit dem TSV Brunsbüttel, dem MTV Burg, dem TSV Pahlhude und dem MTV Heide gibt nur wenige Gegner, die für den Sport aber so wichtig sind. Bei den Pflichtturnerinnen stellt TuRa zwei Teams, eines bei den Einsteigerinnen. Gerne würde Theresa als Oberturnwartin des Kreisturnverbandes die Punktturnrunde an das Regelwerk anpassen, das auf Landesebene geturnt wird. Voraussetzung wären 12 Punktrichter*innen, die die entsprechende Ausbildung durchlaufen. Die aktuelle ist nicht ausreichend. Womit wir wieder am Anfang wären: es braucht Ehrenamtliche, die Zeit aufwenden und Vereine, die die Ausbildung bezahlen. Und die brauchen dann Hallenzeiten. Ein Teufelskreis, der viele Gelegenheiten bietet, auszubrechen.

Die Mädels haben ihr Training mittlerweile beendet. Eigentlich wären sie die perfekten Trainerinnen, schließlich haben sie sich in den eineinhalb Stunden Training selbst gecoacht. Doch mittwochs trainieren sie parallel mit den Gerätturnerinnen im Breitensport. 
Zum Abschiedsselfie treten alle nochmal an. Erst seriös, dann spaßig. So wie ich die Turnerinnen und ihre Trainerinnen kennengelernt habe. In einem Moment um keinen Scherz verlegen und im nächsten voll konzentriert. Bald geht es zu den Wettkämpfen. Dabei wünsche ich den Turnerinnen viel Erfolg.

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Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 04: Reit- und Fahrverein Tellingstedt

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Ute grinst mich an. „Ich habe einen neuen Sport für dich: Hobby Horsing!“ Ute kennt sich aus, ist Vorsitzende des Reitvereins in Krempel, sitzt im Vorstand der Sportjugend und hat Hobby Horsing nach Dithmarschen gebracht. „Ich geb dir mal eine Nummer, bei der du dich melden kannst. Die freuen sich schon auf dich.“ Am anderen Ende ist Sabrina Kröger. Sie ist beim Reit- und Fahrverein Tellingstedt zuständig für das Hobby Horsing.

Hobby Horsing ist das oftmals belächelte Reiten auf dem Steckenpferd. Zugegeben: auf dem ersten Blick ist es auch nur ein Kinderspiel im heimischen Garten. Doch ein Wandel setzt ein. Manche Mädels (Jungs sind selten gesehen) überwinden Hindernisse, bei denen die Latte höher liegt, als ich sie im Schulsport überwunden habe. Damals natürlich beim Hochsprung mit dem Fosbury Flop mit dem Rücken zur Latte. Der Weltrekord liegt bei 1,42 Metern, gehalten von einer Stormanerin.

11 Mädels zwischen 6 und 12 Jahren und ich stehen in einer Reihe in der Reithalle des RVT in Westerborstel. Die Mädchen haben mir bereits die drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp beigebracht. Jetzt reiten wir an der Außenwand um die Reitbahn. Ich bin das Pferd und der Reiter in Personalunion, jede neue Übung kostet etwas Überwindung. Die Bewegungsabläufe sind ungewohnt. Für die kleinen Reiterinnen ist das Aufwärmen dagegen Routine. In Tellingstedt war Hobby Horsing bereits zweimal Teil des Hausturniers, auch andere Vereine in Schleswig-Holstein richten eigene Turniere aus. Am vergangenen Wochenende waren sie zum Auftritt auf dem Pferdewinter Neumünster in den Holstenhallen. Die größten Turniere sind noch weit weg, dafür müssten Fahrten bis in die Niederlande auf sich genommen werden.

In Dithmarschen stehen wir indessen vor einem Springparcour mit fünf Hindernissen. Nacheinander geht es über die Hürden. Unter Anfeuerung der Mädchen und Eltern lege ich eine fehlerfreie Runde hin. Um die Aufgabe meiner Chefin zu erfüllen darf ich gleich noch einmal reiten: mit Videobeweis, dass ich tatsächlich teilgenommen habe. Neben dem Stilspringen – die Mädchen achten darauf, dass ich die Zügel in der richtigen Hand halte – gibt es Zeitspringen und Dressur. Der RVT bietet im Sommer auch Ausritte an, dann geht es mit dem Hobby Horse durch den Wald über Stock und Stein.

Da Pferde gern beißen und austreten, muss auch mein Pferd Bella, ein Holsteiner, nach jeder Übung gelobt werden. Ist es dennoch nicht artig, droht das Schlimmste: „Ich trenne deine Naht auf!“, droht eine Mutter. Das war bisher nicht nötig, Pferde und Reiterinnen sind zu einer Einheit zusammengewachsen. Die Sportlerinnen kommen nicht nur aus Tellingstedt, sondern aus allen umliegenden Gemeinden. Im letzten Jahr sind Freundschaften entstanden, das Training ist für viele DER Pflichttermin der Woche. Die Einführung von Neulingen wird ernst genommen, ich werde am Zügel zur nächsten Übung geführt, auf Fehler hingewiesen und beim Gelingen der Übung bejubelt.

Das Training bietet koordinative und turnerische Inhalte, ist aber auch konditionell fordernd. Schnell muss ich meine Jacke ausziehen. Sabrina fragt auch Reitfiguren (mir muss vorgesagt werden) oder Pferderassen (ich weiß die Antwort „Haflinger“) ab. Am Ende kratzen sich die menschlichen Pferde gegenseitig die Hufe aus, um den Sand der Reithalle nicht in die Autos der Eltern zu tragen. Ich beantworte in der Zeit die letzten Fragen, warum ich da war, was ich arbeite, ob es mir Spaß gemacht hat. Spaß hatte definitiv, meine Arbeit kindgerecht zu erklären ist schon schwieriger. Es geht um Geld für Material wie Hindernisse, um Aufmerksamkeit für kleine Sportarten und -vereine. Der Reit- und Fahrverein Tellingstedt ist einer davon. Hobby Horsing ist ein Sport für Kinder und Jugendliche, die die Zukunft des Vereins beleben und beleben werden. Dabei wünsche ich allen Beteiligten weiterhin viel Spaß! 

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Sportliche Grüße

Mathis

 


Zeig mir deinen Sport 03: Meldorf Seals

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Am Tag des Sports waren die Meldorf Seals aktiv und haben im Albersdorfer Freizeitbad ein Wasserballturnier für alle Interessierten veranstaltet. Durch spontane Meldungen wurde das Starterfeld größer und der Tag ein Erfolg. Nur ich konnte nicht dabei sein, durfte ich doch in Kiel den KSV auf der zentralen Großveranstaltung vertreten. Die Einladung der Seals wollte ich aber natürlich annehmen. Ich durfte zum Training vorbeischauen – mit Badesachen. Stand explizit in der Einladung.

Am Eingang kommen mir Zweifel. „Ich darf heute am Wasserball-Training teilnehmen.“ Als Antwort erhalte ich ein wenig aufmunterndes „Viel Spaß. Das ist richtig anstrengend.“ Umkehren ist jetzt nicht mehr möglich. Will ich auch gar nicht. Kaltes Wasser würde mich mehr schrecken, die 28°C erweisen sich dann doch als warm. Also schnell die Badehose an.

Noch sind die Kids im Wasser. Bei den Seals sind das U12 und U14. Neben Schwimmübungen steht bei einer Teilnehmerin das Gold-Abzeichen auf dem Plan. Ich bekomme Ehrfurcht. Ob ich das auch schaffen würde?
Während wir zurückgelegte Bahnen zählen, berichtet Trainerin Sarah von Auswärtstouren, damit die Kids Spiele absolvieren können. In Schleswig-Holstein gibt es keine Gegner. Nur in Kiel besteht eine Jugendmannschaft, die sporadisch Spiele ausrichtet, aber nicht am Liga-Betrieb teilnimmt. Auf Sylt gibt es auch ein Team, außer zwei 16-jährigen sind dort alle erwachsen.
In der Nord-West-Jugendliga standen Spieltage in Hamburg, Bremen und Cuxhaven an. Gegner sind Vereine mit Leistungsteams, z.B. in der zweiten Wasserball-Bundesliga. Die große Welt. Zu Spielen in der Elbmetropole kann man mit Zug anreisen. Für weitere Fahrten mieten die Seals einen Kleinbus und sind auf Eltern als weitere Fahrer angewiesen. Alle Reisen sind von langer Hand geplant.

Mich nimmt Lina an die Hand. Endlich geht es ins Wasser, das Erwachsenentraining steht an. Als passionierter Brust-Langsamschwimmer gehe ich unter ihrer Leitung bereits beim Warmschwimmen fast unter. Kraulschlag ohne Arme – meine Mitschwimmer haben die Bahn beendet, bis ich die Hälfte zurückgelegt habe. Ein Schwimmkurs könnte mir weiterhelfen. Den können die Seals zurzeit nicht anbieten. Ihr Heimbad in Meldorf wird renoviert, in Albersdorf können sie bis in den September Bahnen nutzen. Im Winter geht es in die Wasserwelt nach Heide. Dort steht das Sprungbecken zur Verfügung. Schwimmunterricht ist dort nicht möglich, Wasserball geht. Weitere Hallenzeiten in anderen Bädern sind angefragt, die Seals für Kooperationen mit anderen Schwimmvereinen offen. Doch noch hat sich nichts ergeben.

Wasserball geht auch in Albersdorf. Für mich steht der nächste Lernschritt. Beim Ball werfen und fangen kommen mir meine Kenntnisse als Fußballtorhüter zu Gute. Der Unterschied: hier verschwinde ich regelmäßig unter der Wasseroberfläche, weil ich in der Konzentration das Schwimmen vergesse. 
Beim Abschlussspiel bin ich dann mittendrin. Wortwörtlich, denn schnelle Angriffe kann ich nicht mitschwimmen. Die Profis hängen mich ab und der Ball geht über mich rüber. Aber ich ziehe durch und bekomme das ein oder andere Zuspiel. In einer Verschnaufpause kann ich das Spiel vom Beckenrand beobachten. Im Wasser scheint jeder einen Plan zu haben, wohin der Ball und der Spieler müssen. Der Sport wird taktisch, ich sehe Löcher, die ich nicht rechtzeitig besetzen könnte. Dabei suchen die Seals Mitspielerinnen und Mitspieler. Seit die Erwachsenen nicht mehr am Ligabetrieb teilnehmen können, werden sie weiter weniger. Wasserball bei den Seals ist ein Sport für alle Altersstufen, der Fokus liegt aktuell auf der Jugend. Mit 45 Jahren als Quereinsteiger den Sport zu lernen ist auch keine Seltenheit. „Als die Knie beim Fußball nicht mehr konnten.“ Die Truppe nimmt jeden mit offenen Armen in Empfang, der Sport wird im Spiel erlernt.

Zum Freibad-Abschluss steht ein Spiel Kids gegen Eltern an. Daran werde ich nicht teilnehmen. Aber ich wünsche allen Beteiligten viel Spaß. Und ich weiß, den werden sie haben. Denn trotz aller Anstrengung im Wasser, Wasserball ist richtig cool.

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Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 02: Segelbootclub Friedrichskoog

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Im Hafen herrscht Flaute. Das ist zum Segeln erst einmal keine gute Voraussetzung. Dafür boomt die Hafenrundfahrt im Motorboot.
Der Segelsportclub hat zum Tag der Offenen Tür an den Hafen in Friedrichskoog geladen. Zwischen Fischmarkt und Seehundstation liegt das Vereinshaus des SBC direkt hinter dem Hafendeich. Der Deich hat seine Funktion mit der Stilllegung des Fischereihafens und dem Einbau des Schöpfwerks weitestgehend verloren. Und doch strahlt er das typisch maritime Flair aus, wenn hinter ihm langsam die Mastspitzen der Jollen auftauchen. Am Steg steht Jugendwart Jyke Steed und lässt die vereinseigenen Optimisten, kleine Jollen für Einsteiger, zu Wasser. Bald schaukeln noch mehr Segel an der Anlegestelle. Die anwesenden der 17 Kids der Jugendgruppe des SBC können es kaum erwarten, endlich abzulegen.

Heute hält der Deich den Wind aus Nordwest ab. Einige Optimisten, kurz Optis genannt, gleiten dennoch durchs Wasser. Zielgerichtet und routiniert steuert die Vereinsjugend durch das Hafenareal, an Bord junge Gäste, die erfahren wollen, wie es sich anfühlt, wenn der Wind die Segel füllt. 
Jyke ist es zu verdanken, dass die wöchentlichen Trainingsstunden gut besucht sind. Die erfolgsreichste Zeit hatte der SBC als es den Fischereihafen noch gab. Doch der Verein verzeichnet wieder Zulauf. Der Segelsport ist jung, die Optimisten besonders für Grundschüler geeignet. In ihnen gehen die Kids die ersten Schritte und bereiten sich im Friedrichskooger Hafen auf Regatten vor. Wettkampffahrten sind in den heimischen Gewässern nicht möglich, dennoch haben SBC-Athleten an großen Wettbewerben wie der Kieler Woche oder Europameisterschaften teilnehmen können. Die Jugendgruppe des SBC trifft sich weiter mindestens einmal wöchentlich zum Segeltraining. Jyke führt auch dort die nächste Generation heran. Sein Stellvertreter ist gerade 18 Jahre jung und entstammt der eigenen Jugendarbeit.

Zwischenzeitlich hat die Hüpfburg die Aufmerksamkeit der Kids geweckt. Jykes Gedanken schweifen in die Zukunft. Die Begeisterung der Kids für den Segelsport sei ungebrochen, aber die Hingabe sei nicht mehr dieselbe wie zu seiner Jugendzeit. Statt sich zu beklagen zeigt Jyke in Richtung der alten Werft und erzählt von den Plänen der Gemeinde, das gesamte Areal zu modernisieren. Davon könne der Verein nur profitieren, ist er sich sicher. Es bedarf dieser Pläne, um den Hafen zu retten. Während wir uns unterhalten läuft eines der Optis auf Grund, zu flach ist der Hafen an einigen Stellen. Ein halber Meter mehr Wasser wäre gut für den Sport, doch das Schöpfwerk arbeitet zur Entwässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen. Im Hafen sollten kulturelle, touristische, sportliche und wirtschaftliche Interessen Hand in Hand laufen, so der Wunsch.

Der Tag der offenen Tür neigt sich dem Ende entgegen, das Geschehen hat sich Richtung Grill verlagert. Auf dem Wasser ist nichts mehr los. Der SBC wird im Training weiter im Hafenbecken kreuzen und die erfolgreiche Jugendarbeit fortsetzen. Ich wünsche dem SBC viel Erfolg!

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Sportliche Grüße
Mathis


Zeig mir deinen Sport 01: Tide Cheersport Heide (MTV Heide)

Unter dem Motto „Zeig mir deinen Sport“ möchte ich verschiedene Sportarten kennenlernen. Sport ist vielfältig und der KSV ist für alle Sportarten da. Wir möchten euren Sport, eure Organisation von Training und Wettkampf, eure Herausforderungen und Stärken neu entdecken. Mich interessiert all das, was euren Sport ausmacht.

Als ich Anfang Juli auf unseren Social-Media-Kanälen bei Facebook und Instagram nach Vereinen, Sparten und Mannschaften suchte, die mir ihren Sport näherbringen möchten, dachte ich nicht, dass ich so schnell einen Termin haben würde. Nur zwei Stunden später schrieb mich Celine an und lud mich zum Tide Cheersport Heide (TCH) ein. Am Freitag, den 12. Juli war ich als Gast beim Training des Juniorteams „Rise“ der 11- bis 17-jährigen in der Sporthalle Heide-Ost. „Rise“ ist eines von sieben Teams, die beim MTV Heide Cheerleading betreiben. Jeweils dienstags und freitags von 16:30 bis 22:00 Uhr trainieren die Teams in fünf Altersgruppen unter Anleitung von Celine Herbst und den weiteren Coaches. Für sie ist der Sporttag immer lang, doch es lohnt sich. 80 Mitglieder hat die Sparte mittlerweile, Tendenz steigend, zum größten Teil weiblich. Das ist beachtlich, wurde sie doch erst im April 2023 gegründet. Cheerleading, das Elemente aus Turnen, Akrobatik und Tanz vereint, erfreut sich steigender Beliebtheit. Doch Tide Cheersport Heide ist die einzige Truppe in Dithmarschen, die den Sport anbietet. Das bringt gerade für die Teams, die an Wettbewerben teilnehmen, Herausforderungen mit sich. Die Wettkampforte verteilen sich über ganz Norddeutschland. Von Hamburg über Walsrode bis in den Harz und in den Ruhrpott. Die Deutsche Meisterschaft wird 2025 in Neu-Ulm ausgetragen. Auch das liegt nicht gerade um die Ecke. Soweit sind die Heider auch noch gar nicht. Denn Verbandswettkämpfe finden in eng gefassten Altersstufen statt, so dass der TCH seine Teams anders hätte zusammenstellen müssen, was wiederum einigen Cheerleaderinnen die Teilnahme an Wettkämpfen verwehrt hätte. Somit startet zunächst lediglich das Primary-Team „Shine“ (7-12 Jahre) in der kommenden Saison auf Verbandswettkämpfen. Für die anderen zwei Leistungsteams stehen also 2025 nur offene Wettkämpfe an, die die Teilnahme in weiteren Altersstufen zulassen. Nach der Sommerpause beginnt das Training. Für die Athletinnen heißt es dann, sich zu verpflichten bis in den Frühling regelmäßig an den Trainingseinheiten teilzunehmen, Wochenendtermine einzuplanen und ihre Plätze in der Formation zu finden.

Im Training wird die klare Aufteilung im Team „Rise“ deutlich. Ob Base, Backspot oder Flyer, jede Sportlerin hat ihre Position in den Groupstunts und Baskets. Bemerkenswert ist die Kommunikation der Athletinnen untereinander. Nach jedem Stunt kommen sie ins Gespräch, sagen, was sie gefühlt haben und was sie von den anderen brauchen, um besser zu werden. Auch als zwei Mädels die Gruppen getauscht haben, war die erste Frage, wie die neue Gruppe den Stunt bisher durchgeführt hat. Die Diskussion bleibt dabei sachlich und wird von allen auf Augenhöhe geführt, mit dem Ziel für die Gruppe das bestmögliche Ergebnis herauszuholen. In der Wettkampfvorbereitung finden die Athletinnen ihre Position, Positionswechsel werden selten. Besonders ist auch der Respekt zwischen Trainerinnen und Athletinnen. Der Sport erfordert eine körperliche Nähe, der Kinderschutz spielt folglich eine große Rolle. Die Trainerinnen besuchen Fortbildungen, der Verband setzt diese sogar voraus. Die Trainerinnen kündigen bei unerfahrenen Athletinnen den Körperkontakt an, wenn sie bei Elementen Hilfestellung geben. So läuft das ganze Training im Miteinander ab. Die Grenzen der anderen werden immer wieder erfragt. Das Team wächst zusammen. Nach den Sommerferien beginnt der nächste Abschnitt, die Vorbereitung auf Wettkämpfe. An deren Ende steht für jedes Team ein Auftritt von jeweils 2,5 Minuten. Celine ist zuversichtlich, dass die schwierige Choreo bei allen Wettkampfteams bis dahin sitzt. Ich wünsche dem TCH viel Erfolg!

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Sportliche Grüße
Mathis