Workshop: Interkulturelle Öffnung KSV Dithmarschen 2019

Mr. Sportabzeichen

Der LSV Sportzeichenbeauftragte Jens Hartwig

Wer Jens Hartwig treffen möchte, sollte am besten donnerstags in die Waldschlößchenstraße in Heide kommen.15.30 Uhr bis 17.30 Uhr, Kreissportverband Dithmarschen. Dann ist der 72-Jährige da. Sprechstunde Sportabzeichen sozusagen. Zu anderen Zeiten wird es schon schwieriger, dann ist Hartwig im Land unterwegs, oft in Sachen Deutsches Sportabzeichen. Man könnte sogar sagen: Er ist Schleswig-Holsteins Mr. Sportabzeichen.

Kein Wunder also, dass der sympathische Mann mit dem grauen Schnurrbart beim Treffen in Heide ein weißes T-Shirt mit der Aufschrift „Deine Herausforderung – Deutsches Sportabzeichen“ trägt. Im nördlichsten Bundesland ist die 1913 erstmals verliehene Auszeichnung für sportliche Leistungen seit Jahren ohne Jens Hartwig nicht denkbar. Er ist seit fast 20 Jahren LSV-Beauftragter für das Deutsche Sportabzeichen, seit 1983 entsprechender Obmann im Kreissportverband Dithmarschen, dazu im KSV auch zuständig für Freiwilligendienste, Vereinsservice und Integration.

„Mädchen für alles“, sagt man bei uns in Dithmarschen, sagt Hartwig und lacht. Angefangen hat alles mit einem einfachen Satz: „Wir brauchen Prüfer – Du wirst Prüfer.“ Kann man sich gut vorstellen. Plattdeutsch. Dithmarschen. Gesagt hat diesen Satz Hartwigs Vater Karl. Karl und sein Bruder spielten als Weddingstedter Feldhandballer gegen Hein Dahlinger, waren der „Schrecken der Westküste“. Ende der 50er Jahre zog die Familie nach Heide. Karl war als Technischer Leiter im Vorstand des Kreissportverbandes, war Vorsitzender des Kreishandballverbandes, im KSV ebenfalls Obmann für das Sportabzeichen. „Ehrenamt war immer selbstverständlich in unserer Familie“, erinnert sich Jens Hartwig. Und als Vater Karl sagte: „Wir brauchen Prüfer – Du wirst Prüfer.“ Da war das eben so.

Das war 1974, und seitdem ist der pensionierte Lokführer und Vater von zwei erwachsenen Kindern (25 und 35 Jahre alt) Sportabzeichenprüfer, hat selber bereits 25-mal die Bedingungen für das Sportabzeichen erfüllt. Leichtathletik, Turnen, Schwimmen. Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination. 2013 wurde das Sportabzeichen reformiert, „auf ein wesentliches Minimum zusammengestrichen“, sagt Hartwig. Er, der als Sportabzeichen-Obmann und LSV-Beauftragter im Kreis und im Land herumreist, den Vereinen Hilfestellung leistet und Prüfer ausbildet. Pinneberg und Bredstedt sind seine nächsten Stationen, an denen er Prüfer fit machen soll. Früher tingelte er in dieser Mission allein durchs Land. Heute ist er hauptsächlich für die Westküste zuständig.„Es ist nicht einfach, immer wieder neue Prüfer zu finden.“

„Bis zur Reform 2013 dümpelte das Sportabzeichen so dahin. Danach wurden die Bedingungen anspruchsvoller. Plötzlich mussten sich alle wieder das ganze Jahr über bewegen, häufiger auf den Sportplatz gehen. Für mein Gefühl ist der Ehrgeiz dadurch wieder gewachsen.“ Zahlenmäßig war das Interesse am Sportabzeichen in Schleswig-Holstein von 2011 (26.676 abgelegte Sportabzeichen) bis 2013 (25.087) in der Tat leicht zurückgegangen, stabilisierten sich im Anschluss bis 2018 (25.474) auf einem etwas niedrigeren Niveau als vor der Reform.

Auch, weil Jens Hartwig nicht müde wird, in Sachen Sportabzeichen zu ackern. Maßgeblich ist er an der Organisation beteiligt, wenn die Sportabzeichentour des DOSB auch in Schleswig-Holstein Halt macht. Aufgrund der großen Feierlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit, die in diesem Jahr in Kiel ausgerichtet werden, wird es 2019 keine Station geben. Zuletzt richtete St. Peter-Ording das Event aus. „Für 2020 führen wir bereits Gespräche mit interessierten Partnern. Ich würde das Thema Inklusion gerne etwas mehr in den Fokus rücken“, so Hartwig. Zehn Stunden pro Woche ist er in Sachen Sportabzeichen beschäftigt, unterwegs. Dazu steht er regelmäßig auf dem Wochenmarkt und verkauft Obst und Gemüse, vermietet in der Sommerzeit für die Kurverwaltung in Büsum Strandkörbe. Was ihn antreibt? „Ich habe Spaß an der Sache, viel Freude dabei, mit den Leuten zu reden. Ich mache das alles wirklich gerne.“ Glaubt man aufs Wort. Sofort. Und wer Jens Hartwig kennt, zum Beispiel vom Sportplatz oder auch von den zahlreichen Sportabzeichen-Ehrungen im Kieler Haus des Sports, der weiß: In der ersten Reihe steht er nicht besonders gern.

„Urlaub machen“ – das steht bei dem 72-Jährigen relativ weit oben auf der Liste. Urlaub, das war für ihn jahrelang immer „nur“ das Ferienlager Selker Noor der FT Vorwärts Kiel. „Da war ich als Teilnehmer, Betreuer und später als Lagerleiter.“ Noch weiter oben auf der Liste stehen bei dem ehemaligen Weddingstedter Handballer und Fan des THW Kiel („Ab und zu bin ich in der Halle“) noch ein paar andere Sachen. Gern stelle sich Hartwig, der auch Mitglied im LSV-Breitensportausschuss ist, im Herbst wieder zur Wahl als LSV-Sportabzeichenbeauftragter. Noch wichtiger ist ihm jedoch sein aktuelles Steckenpferd „Mini-Sportabzeichen“. Denn die Prüfungen für das „normale“ Deutsche Sportabzeichen können erst Kinder ab dem sechsten Lebensjahr ablegen. Für kleinere Kinder, schon im Kita-Alter, wünscht sich Hartwig einheitliche Anforderungen, Prüfungen und Urkunden. „Wir wollen uns landesweit mit den Kreissportverbänden an einen Tisch setzen, suchen noch Sponsoren“, sagt Hartwig. Und ergänzt mit dem Brustton der Überzeugung:„Spätestens 2020 haben wir das.“ Das klingt dann ein bisschen so wie damals bei Vater Karl. Und man denkt: Wenn Jens Hartwig das sagt – dann ist das eben so.

Tamo Schwarz

Dithmarscher VR Bank spendet neue Jacken für den KSV-Vorstand

Foto: Herr von Hemm

Direkt zu Beginn des Jahres 2019 erhielten wir dank der großzügigen Spende neuen Jacken für den KSV-Vorstand. 

Kein Kind ohne Sport!

Foto: Sportjugend Schleswig-Holstein

Der TSV Buchholz wurde im Rahmen des Fußballspiels seiner D-Junioren von der Sportjugend Schleswig-Holstein und der Schleswig-Holstein Netz AG mit einem Starter-Paket „Kein Kind ohne Sport!“ durch Klaus Rienecker (hintere Reihe-Mitte-blaue Jacke), Referent der Sportjugend Schleswig-Holstein und Hans-Jürgen von Hemm (Zweiter von rechts), 1. Vorsitzender Kreissportverband Dithmarschen, ausgezeichnet.

Dieter Prahst, 1. Vorsitzender des TSV, (hintere Reihe links mit schwarz-roter Jacke), Gerd Neukirch, Jugendobmann (rechts) und die Vorsitzende der Sportjugend im KSV Dithmarschen, Hilke Rudolph-Schümann (links-Mitte-weiße Jacke), freuen sich mit den jugendlichen Kickern.